Und immer häufiger denke ich nur noch „WTF“?

23.01.2017

Ich würde sehr gerne schreiben, dass gestern eine wundervolle Woche mit vielen Highlights auf der Fashion Week zu Ende gegangen ist, aber ehrlich gesagt war es wohl die eigenartigste und nachdenklichste Woche seit langem. Nachdem die Fashion Week für mich bereits zu Beginn gelaufen war (Ihr wisst ja, „die Sache mit der Türschwelle“), saß ich in Berlin viele Stunden vor dem Smartphone und Computer und habe den bunten Modetrubel „von außen“ beobachtet. Ich will ehrlich sein: Nicht nur in der letzten Woche habe ich mich gefragt, ob ich eigentlich noch ein Teil dieser Modebloggerwelt sein möchte, die gefühlt immer, immer oberflächlicher, absurder und unechter wird.

Bild: instagram.com/bekleidet

Manche „Abgründe“ sind offensichtlich, andere wohl nur uns Branchen-Insidern bewusst. Wie gerne würde ich einmal wirklich die Wahrheit über all das schreiben, was aktuell schief läuft, aber ich bin kein Mensch, der andere öffentlich an den Pranger stellt. Mädels, die sich eigentlich in keinster Weise austehen können, spielen vor der Kamera „Best Friends“, posieren für gemeinsame Girl-Squad-Instagram-Bilder. Nicht mehr nur Follower, sondern auch Likes und Kommentare werden gekauft und die Bilder werden mittlerweile bis ins anatomisch Unmögliche gephotoshoppt, damit man die schon vorhandene Size Zero noch einmal toppen kann. Schlimm, dass dieser Post („Der Wahnsinn nimmt zu“) bereits fast eineinhalb Jahre her ist. Und es seitdem noch viel extremer geworden ist. Gefühlt dreht sich in der gesamten Modebranche alles nur noch um Instagram. Nicht ohne Grund war dieser Post der beliebteste im letzten Jahr. Dieses Thema polarisiert unglaublich. Jahrelang mussten Blogger hart für ihr Ansehen kämpfen und jetzt? Jetzt sind die sogenannten „Influencer“ auf der Fashion Week so präsent, dass die Designer in den Hintergrund geraten. Wie jetzt, es geht bei der Fashion Week eigentlich darum, dass neue Modekollektionen einem Fachpublikum präsentiert werden?

Doch zurück zum Followerkauf. Vielen Firmen ist es tatsächlich „scheissegal, woher die Follower kommen.“ Es wird nicht hinterfragt, ob sie gekauft sind. Hauptsache, sie sind da. Ein Thema, das mich wirklich fassungslos zurücklässt. Accounts wachsen über Nacht um zehntausende Follower und dies fällt nur uns Bloggerkollegen, aber keinem Kooperationspartner auf, der viel Geld in eine Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Influencer steckt?

Ein anderer Punkt schockiert jedoch noch mehr. Die sogenannten „Body Goals“ auf Instagram. Meine schlanke, wunderschöne Freundin Susan schrieb gestern über sich „Auf Instagram bin ich Plus Size“. Was im ersten Augenblick (und in der realen Welt) absurd klingt, ist tatsächlich traurige Instagram-Realität. Denn selbst Size Zero reicht nicht mehr aus. Die Beine müssen noch dünner sein und werden mit Bildbearbeitung-App’s zu Zahnstochern umgeformt. Anorexie wird von einem großen Publikum gefeiert. Wie absurd das alles ist, bewiesen Jana und Alix letzte Woche mit einem „Mit Photopshop zum Instagram-Star“-Experiment (siehe Bild oben) , bei dem sie ihre schlanken, langen Traumbeine in unnatürliche Stelzen verwandelten und für diese unrealistischen Figuren begeisterte Kommentare bekamen. Den Artikel dazu möchte ich euch sehr ans Herz legen.

Nicht selten frage ich mich: Bin ich zu sehr „normales Mädchen“ für diese Branche? Ich will nicht Teil von diesem ganzen Wahnsinn sein. Denn diese Entwicklung macht mir Angst. An dieser Stelle würde ich sehr gerne einmal eure Meinung hören, eure Beobachtungen, die ihr „außerhalb der Blogger-Blase“ macht. Wie nehmt ihr die Instagram-Entwicklung wahr?

Kommentare

23. Januar 2017 von Michaela

Du hast „leider“ vollkommen recht mit dem was du bei Instagram beobachtest. Und auch leider was von außen her dann als Trend und vor allem wie wahrgenommen wird.

Ich fand Modeblogs immer irgendwie doof, viele Aspekte haben ihr daran nicht gefallen – bis ich dich persönlich kennengelernt habe.

Ja du bist keine Size Zero – hast aber wahrscheinlich auch deshalb eine tolle tolle Figur – eben eine Figur und kein Strich! Ist schlank heute dürr?Und schlank dick?

Du hast eine Ausstrahlung welche man mit keinem Photoshop erstellen kann.

Ich kenne den Modezirkus aus Deiner Hintergrundperdpektive nicht. Ich kenne ihn von deiner Schreibseite. Du bist von vielen begeistert, siehst einiges kritisch und hast somit deine Meinung welche du berichtest.

Ich finde es gut, das bei dir eben Sarah wie wir sie auch auf der Straße treffen könnten gezeigt wird und nicht ein Computer bearbeitetes Bild.

Lass dir das nicht nehmen und uns bitte auch nicht.

Liebe Grüße,
Michaela

23. Januar 2017 von Kristina

Ein sehr interessanter Beitrag. Ich war noch nie auf der Fashionweek, aber da ich in der Modebranche arbeite, kenn ich einige „Professionals“ wie Einkäufer, um die es ja eigentlich (neben den Designern natürlich) hauptsächlich gehen sollte bei so einer Veranstaltung.Ich frage mich bei einigen „Influencern“ häufig, woher sie diese Selbstverständlichkeit nehmen, bei Shows in der ersten Reihen sitzen zu wollen. – Erst Recht, wenn kein richtiger Content dahinter steckt, sondern eben nur Instagram mit wahrscheinlich noch gekauften Followern. Natürlich sind hier aber auch Firmen in die Pflicht zu nehmen wie du es ja auch schreibst. Mal sehen, wohnin die Entwicklung noch gehen wird die nächsten Jahre. Trotzdem sollten wir uns den Spaß am Modezirkus nicht verderben lassen!
Liebe Grüße ♡Kristina
TheKontemporary

23. Januar 2017 von Kessie

Liebe Sarah

Ich bin eine ganz normale Frau Mitte Dreissig. Ich arbeite, ich bin Mutter von 2 Kindern, mein Alltag ist sehr unglamourös.
Ich lese gerne Mode-, Beauty-, Koch-, Lifestyle- und auch Elternblogs. Um mich zu inspirieren, um andere Modelle und Ideen kennenzulernen.
Grundsätzlich gefällt mir diese Welt oder gefiel mir. Weil ich finde sie verändert sich…alles muss perfekt sein, wenig wird ehrlich gebloggt (sondern irgendwo noch das Produkt platziert womit man das Geld verdient), ehrlich fotografiert…oft komme ich mir vor wie wenn ich ein Hochglanz Magazin lesen würde.
Und das finde ich schade. Weil genau die echtheit mich interessierte und faszinierte…für das künstliche kann ich eine Zeitschrift kaufen.
Instagram habe ich noch nicht lange und folge nur ganz wenigen.
Ich kann deinen Frust gut verstehen und auch deine Frage ob du da dazugehören willst. Ich bin da zwiegespalten und all die Gedanken passen nicht in einen Kommentar aber ich finde deine Bilder und deine Geschichten auch oft sehr künstlich. Wer geht ohne Mütze, im Wollmantel und mit der Designertasche einen Nachmittag lang rodeln!? Also wir in der Schweiz nicht! Wer isst die ganze Zeit so fotogenes Essen (und ist dabei auch noch so schlank). Was deinen Blog aber trotzdem lesbar macht bist du und auch deine kritische Reflektion. Aber du verdienst halt auch dein Geld damit und kannst nicht 100% du selber sein. Vielleicht siehst du das anders aber ich empfinde das als Leser so.
Ich wünsche mir ehrliche und authentische Blogs…wo neben dem glamourösen auch der Alltag Platz hat…mit Chaos, Wäschebergen, Staubflusen und unfotogenem Essen. Und auch mal einem Outfit oder einer Frisur welche nicht perfekt sitzt. Aber damit lässt sich wahrscheinlich nicht so viel Geld verdienen!
Alles Liebe dir…in welche Richtung dein Weg dich auch führt.

23. Januar 2017 von Eliza

Danke liebe Sarah! Es ist so wunderbar diese ehrlichen und echten Worte von dir zu lesen.
Ich bin zwar nur „outsiderin“, aber in den letzten Jahren lese ich immer weniger Blogs, abonniere weniger Instagram-Kanäle und halte ich digital von der Modeszene immer mehr fern. Es ist fühlt sich alles einfach so unecht an.
Daher freue ich mich immer sehr über deine offenen Worte!

23. Januar 2017 von Jasmin

Liebe Sarah,
Danke für diesen Post! Danke, Danke, Danke!
Ich war zwar noch nie an einer Fashion Week (mein Blog gibt es ja noch nicht so lange) und letztes Jahr wollte ich auch unbedingt einmal hin, aber ich habe inzwischen so viele Beobachtungen gemacht, dass ich dieses Jahr lieber in den Urlaub gefahren bin!
Ich muss auch ganz ehrlich gestehen, obwohl ich Mode über alles liebe, ich glaube, ich würde mit meinem Charakter gar nicht so richtig in diese Mode-Welt, wie sie zur Zeit aussieht, passen.
Ich bin mehr der Typ, der auf langfristigen, aber fundierten und ehrlichen Erfolg setzt. Solche Mogelpackungen wie Followerkauf, absurde Bildbearbeitung und Show en masse gehören einfach nicht zu meiner Persönlichkeit. Ich will niemals so werden und wenn man in diese Fashion- und Mode-Welt nur durch Fake erfolgreich sein kann, dann habe ich halt „Pech“ gehabt.
Da ich ja nicht aus der Modebranche komme, musste ich die letzten 1,5 Jahre seit Bloggründung erst einmal dazu nutzen, alles genau zu beobachten. Und ich gebe dir recht, ich finde auch, dass alles eher nur noch schlimmer wird! Ich schüttle mir fast schon täglich den Kopf, gerade wenn ich mir die Sache mit Instagram anschaue.
Ich finde es sehr traurig, was gerade bei Instagram abgeht! Ich bekomme inzwischen fast täglich Tipps von Instagrammern, die keinen Blog haben, einfach immer nur so husch husch irgendwelche Selfies hochladen, ohne sich dabei Mühe zu geben oder groß Gedanken zu machen, aber dafür wächst deren Account wöchentlich um hunderte Follower. Von diesen Leuten bekomme ich dann solche Ratschläge wie: deine Fotos sind echt super und dein Account ist der Wahnsinn, aber hey, verwende doch mal die Hashtags „follow4follow“, „followme“ usw.
Nein Danke! Ich habe mich inzwischen damit abgefunden, dass ich sehr viel Liebe und Arbeit in meinen Instagram Account und in meinen Blog stecke und das einfach sozusagen „umsonst“. Ja, es ist traurig, aber so ist die Realität. Ich muss mich von Leuten belehren lassen, die seit 3 Monaten einen Instagramaccount haben und super von sich überzeugt sind, nur weil sie nach drei Monaten 10’000 Follower haben. Ich finde es lächerlich und eigentlich kann ich darüber nur lachen, obwohl es mich ja betrifft und eher traurig stimmen sollte.
Ich könnte jetzt noch so viel zu diesem Thema hier loswerden, aber irgendwie wühlt es mich gerade so sehr auf, dass ich meine Gedanken gar nicht richtig ordnen kann.
Liebe Grüße
Jasmin

23. Januar 2017 von Hannah

Ich habe gestern einige Bilder vom Deutschen Filmball gesehen und ständig irgendwo „Influencer“ zwischen Schauspielern entdecken müssen … was haben die da eigentlich zu suchen??? Da kam ich mir irgendwie veräppelt vor und habe mir auch Gedanken darüber gemacht wohin die Entwicklung zur Zeit geht und wie weit das noch getrieben werden soll. Und ich finde, diese Unsicherheit merkt man auch Deinem Blog an, also die Unsicherheit in welche Richtung es gehen soll. Ich habe das Gefühl, Du versuchst einerseits mitzuhalten und andererseits bist Du abgestossen von dem, was erwartet wird und das ergibt – so mein Eindruck – eine eher ungute Mischung.
In letzter Zeit – das muss ich zugeben – habe ich Schwierigkeiten mich mit Deiner Seite zu identifizieren. Die Outfitbilder wirken auf mich sehr gewollt und alles andere als „spontane Alltagslooks“ (und meist sind auch nicht alle Teile genau zu sehen, wie zum Beispiel beim Look mit dem Pulli, so dass man eben das Gefühl bekommt, es geht gar nicht darum zu informieren und ans Herz zu legen), Empfehlungen klingen oft nicht nach „würde ich mir auch privat kaufen“ und Einladungen in superteure Hotels, die dann vorgestellt werden (natürlich ohne die Preise zu nennen), empfinde ich als wenig interessant und wertvoll für mich als Leser, weil es eben einfach völlig drüber ist. Wie auch fast alles auf Instagram. Nur superschicke Hotels, fantastische Landschaften, unglaubliches Essen, teuerste Markenklamotten, berühmte Freunde, Mega-Workouts und superdünne Körper – bitte mach` da nicht mit. Das ist unecht. Falsch. Und unglaublich langweilig. LG Hannah

23. Januar 2017 von Sarah – Josie loves

@Kessie: Herzlichen Dank für deinen ausführlichen Kommentar, zu dem ich gerne auch ein paar Zeilen hinterlassen möchte. 🙂

Zum Thema „fotogenes Essen“ muss ich sagen, dass ich einfach eine riesengroße Leidenschaft für schön angerichtetes Essen habe, weshalb ich es immer so gerne poste. Die Leidenschaft geht sogar so weit, dass ich sie bald noch wieder vertiefen möchte. 😉 http://josieloves.de/unser-grosses-projekt/

Und ich kann nur so viel sagen: Was ich fotografiere, esse ich auch. Genau deshalb entspreche ich nicht der branchenüblichen Size Zero. 😉

Und zum Rodeln: Also ich war mit einer dicken gefütterten Jacke, Mütze und Schal rodeln, etwas anderes sieht man hier auf dem Blog auch nicht?!? Bei meinen Taschen manche ich keinen Unterschied, ob „auf dem Berg“ oder „in der Stadt“. 😉 Und während dem Rodeln habe ich sie im Auto gelassen.

23. Januar 2017 von Sarah – Josie loves

@Hannah: Vielen Dank für deinen Kommentar. Da ich weiß, wie lange ich dich schon zu meinen Lesern zählen darf und deine konstruktiven Kommentare immer sehr schätze, finde ich es sehr schade, dass du das aktuell so empfindest. Momentan zeige ich auf dem Blog fast nur meine wirklichen Alltagsoutfits, die ich genau so trage und in diesen Situationen fotografiere. Meine „immer High Heels“-Phase ist schon lange passé. Und wenn ich Einzelstücke nicht ganz zeige und lieber bei dem Komplettlook mit Mantel bleibe, hat das aktuell nur einen Grund: Es ist soooo kalt. 😀

23. Januar 2017 von Sarah – Josie loves

@Michaela: Herzlichen Dank für deinen lieben Kommentar. Ich freue mich wirklich sehr über dein Feedback.

23. Januar 2017 von Sarah – Josie loves

@Jasmin: „Ich bin mehr der Typ, der auf langfristigen, aber fundierten und ehrlichen Erfolg setzt.“ Und genau an dieser ehrlichen Art solltest du unbedingt festhalten, denn das ist meiner Meinung nach der einzig richtige Weg. Man sollte sich immer selbst treu bleiben. <3

23. Januar 2017 von Isabella

Liebe Sarah, du sprichst mir aus der Seele. Ich bin selbst modebegeistert und liebe persönlich die „alte Bloggerszene“ als die Bilder noch nicht perfekt und bis zur Unkenntlichkeit gephotoshopt waren! Aber dieses ganze Instagram-Getue mit „squad“ und „goals“ etc. kann ich absolut nicht ernst nehmen. Mädels, gerade mal Anfang 20, machen in der Front Row einen auf Fashionexperte – dabei sehen sie alle gleich aus, der einzige Unterschied ist die Farbe der neusten „It-Bag“. Es macht mir Sorgen dass solche Mädels die Vorbilder für so viele junge Menschen da draußen sind, wir alle wissen wie leicht beeinflussbar wir in jüngeren Jahren waren (und es manchmal heute noch sind!) Mir ist bewusst dass das Bloggerleben nicht einfach ist und viel harte Arbeit erfordert, aber warum kann man dabei nicht authentisch bleiben? Ist es nicht gerade das, was die Bloggerszene mal von den echten „Stars“ unterschieden hat und deswegen so besonders war?

Gerade bei der Fashionweek dachte ich mir jedes Mal mit einer gewissen Ironie „…mit was man heute alles Geld verdienen kann.“ Und damit ist die Glaubwürdigkeit leider definitiv weg.

23. Januar 2017 von Tobias

Sarah, ich betreue deinen Blog nun schon seit Jahren und selbst das modeblog Thema habe ich nie verstanden. Umso weniger verstehe ich Mode auf Instagram. Ich schon mir dort hauptsächlich Reisethemen und Natur an als Inspiration für eigene Reisen.

Ich verstehe halt nicht, wieso eine Firma die, sagen wir mal Schuhe für 300 und mehr Euro anbietet, Influencer Sponsor deren Zielgruppe 14-Jährige H&M Mädels sind. Das passt doch keineswegs zusammen und auf langjähriges Branding zu spekulieren ist in den heutigen Zeiten totaler Bullshit.

Naja, ich verstehe diese Mode- und Medienwelt nicht und würde mich wahrscheinlich auch nie darin wohlfühlen.

PS: Such mal bei Instagram nach Fitness – das ist zum Teil noch viel krasser was dort abgeht.

Tobias

23. Januar 2017 von Anna – Salon Stories

Liebe Sarah,

mich wundert Dein Artikel wirklich nicht. Ich habe mir einige Insta-Stories von den Influencern und auch die Berichterstattung rund um die FWB zu Gemüte geführt und muss sagen, dass mich das alles an einen Zoo erinnert hat!

Zaun drum und Eintritt nehmen!

Aber war Mode nicht schon immer ein Zirkus? Ein Business, in dem es nur um das Äußere und den schönen Schein geht? Vielleicht muss man sich das immer klar machen? Die Branche pflegt keine Menschen, baut keine Möbel, macht ja nichts Lebenswichtiges. Es geht um das Ego eines jeden einzelnen. Ich stelle mir das auf Dauer auch unheimlich anstrengend und sinnentleert vor.

Und es ist bei mir schon seit Langem so, dass ich bestimmte Brands meide, weil mir deren Influencer-Kooperationen auf die Nerven gehen. Rituals ist da ein Beispiel. Diese Kampagnen waren so massiv, so aufdringlich und omnipräsent – da hatte ich die Nase voll. Und ich finde es auch krass, wie die Influencer (mit womöglich gekauften Followern – du weißt da sicherlich mehr als wir) hofiert und verpeppelt werden. Und krass ist auch zu sehen, wie viele ganz ganz offensichtlich die Bodenhaftung verloren haben.

Du regst Dich sicherlich zu Recht oft über diese Branche auf. Sicherlich gehört dieser Affentanz, der immer und überall gemacht wird, leider zu Deinem Job dazu. Vielleicht ist es wirklich gut, dass Du Dich mit Deinem Mann nun umorientierst und Deinen Traum von einem Frühstückscafé wahr machst. Das klingt solide und kreativ und bodenständig. 😉
Ichd rücke Dir jedenfalls von Herzen die Daumen und auch ganz viel Freude bei der Planung und Umsetzung.

Liebe Grüße aus Frankfurt, Anna

23. Januar 2017 von Caro

Hey liebe Sarah,

erst einmal weiterhin gute Besserung!
Ich habe den Artikel von Jana auch gelesen – und habe mich absurderweise beim ersten Blick auf das Foto dabei erwischt, dass ich die Farbbearbeitung des Bildes sehr schön fand. Dann habe ich weiter geschaut und mir ist aufgefallen, dass irgendetwas bei dem Bild nicht hinhaut. Aber eigentlich hat es viel zu lange gedauert – das sollte doch eigentlich SOFORT ins Auge springen…

Aber eigentlich wollte ich etwas zu dem Thema Follower und Likes sagen: ich weiß, dass das extrem frustrierend sein kann, wenn Leute mit gekauften Followern an einem vorbeiziehen und eine Kooperation nach der anderen abstauben. ABER ich muss dir widersprechen, wenn du sagst, dass es vielen Firmen scheiß egal ist. Ja, es gibt diese Firmen, die nur die Zahlen sehen und nicht einmal überprüfen, ob das eine reale Reichweite ist. Aber aus meiner Position aus Communications Managerin bei GLOSSYBOX kann ich dir sagen, dass es auch mindestens genau so viele Firmen annervt, dass so viele Influencer Follower kaufen und es als Frechheit empfinden, wenn von solchen Leuten dann auch noch proaktive Kooperationsanfragen kommen. Das ist nicht nur bei GLOSSYBOX so, sondern ich höre es fast täglich von anderen Kollegen. Der Frust ist also nicht nur bei Influencern, sondern auch bei Firmen da.

Ich hoffe, dass 2017 in so mancher Hinsicht eine Veränderung bringt – und ich bin optimistisch. 🙂

Liebe Grüße
Caro

23. Januar 2017 von Svenja

Auch ich gebe dir absolut recht und finde die Entwicklung erschreckend! Ich folge gerne „normalen“ Leuten! Auch ich bin ja ein normaler Mensch ohne perfekte Figur und Co! Ich frage mich wer will solche bearbeiteten Bilder sehen?
Ich bin auch kein Fan von diesen „cleanen“ Feeds, wo jedes Foto ähnlich ist und es eigentlich nix neues gibt. Dazu eben meist perfekt in Szene gesetzt und null aus dem Leben gegriffen!
Ich finde es dann nur eben sehr schade, dass zum einen die Blogger die ich gerne mag und denen ich gerne folge vielleicht nicht die Möglichkeit haben mit jener Marke zu kooperieren die ich auch gut finde und wo ich gerne was zu lesen will! Sondern irgendwelche Youtube Stars den Zuschlag bekommen, die von 13/14 jährigen vergöttert werden, die sich aber ja auch so einige Produkte gar nicht leisten können und ich frage mich was hat die Firma davon?
Dazu blogge ich auch in meiner Freizeit und mache es auch gerne, aber ich rechne mir langsam keine Chancen mehr aus damit viel erfolgreicher als jetzt zu werden, da ich eben mit diesen Entwicklungen nicht mithalten kann und will!
Ich hoffe die Firmen merken es irgendwann auch noch und diese Schein Welt wird irgendwann wieder ein wenig realer! Ich verstehe ja, dass man meist immer nur die netten Dinge zeigt (mache ich ja auch) aber es muss ja nicht dazu noch vollkommen inszeniert sein!

Ganz liebe Grüße,
♥ Svenja von Reviermädchen

http://reviermaedchen.blogspot.de

23. Januar 2017 von Sylvia

Den Post hab ich heute gerade vor deinem hier gelesen auf Janas Blog. Ich muss wirklich zugeben das ich fast nur euch „alte – im Sinne von erfahrene ;-)“ Blogger lese die schon lange Bloggen und oft solche Beiträge veröffentlichen. Ich hatte einige Influencer auf IG, habe die dann aber fast alle wieder gelöscht. Ich find es einfach zu gefaked wenn Mädels mir eine Tasche vor die Nase halten, deren Wert sie noch nie selbst verdient haben mit ihrer Arbeitsleistung – abseits von Fotos posten. Andererseits ist doch die ganze Blogwelt irgendwie so oder nicht? Bei euren Rodelfotos hab ich mir auch gedacht wer rodelt den bitte so? das soll jetzt kein Vorwurf sein, ich ziehe mir auch was vernünftiges an wenn ich auf Bildern zu sehen bin. Ich denke nur das die ganze Internetwelt doch ein bisschen so ist.

Liebe Grüsse
Sylvia
http://www.mirrorarts.at/ Foto/Travel/Lifestyle

23. Januar 2017 von Sarah – Josie loves

@Sylvia: Danke für deinen Kommentar und all die anderen lieben Kommentare, die die regelmäßig unter meinen Posts hinterlässt. Aber was genau meinst du mit dem Rodeln? 😀 Ich habe wie oben bereits erwähnt meine volle Winter-Montur inklusive dicker Jacke und Moon Boots getragen, die ich genauso auch unabhängig von den Fotos getragen habe. 😀

23. Januar 2017 von Sue

Ich fühle mich ganz wohl als Plus-Size Instagrammer 😀 Dafür bekomme ich aber auch keine „Wow – Legs“ Kommentare 😉

23. Januar 2017 von Caterina

Ich denke die Modewelt war schon immer oberflächlich und es geht ums Aussehen um die neusten Trend-Taschen und it-pieces und wehe du kannst nicht mithalten. Man hat ja schon das Gefühl, wenn man keine Chanel und Kelly-Bag besitzt, nicht mind. 3 Paar Stuart Weitzman Stiefel für jeweils über 600 Euro und andere Dinge, kann man in dieser Branche nichts werden. Schade. Denn Stil definiert sich meiner Meinung nach nicht durch teure Sachen die man anzieht, sondern darum wie man Kleidungsstücke kombiniert.
Ich glaube viele „wundern“ sich bei deinen Rodelbildern, dass du mit einer Chanel-Tasche im Wert von mehreren Tausend Euro auf einem Schlitten sitzt. Ich hatte mich auch gewundert, die Bilder aber nicht als unrealistisch gesehen, weil ich dich für sehr authentisch halte und deinen Blog super finde. Ich persönlich würde mit einer Chanel Tasche nicht in den Schnee aber das Muss ja jeder für sich selbst entscheiden und ganz ehrlich: Diese Taschen sollen auch getragen werden. Denn dafür kauft man sie.
Ich habe seit eineinhalb Jahren einen Blog und manchmal schon das Gefühl, dass ohne überteuerte Taschen und Mäntel der Blog nicht erfolgreich sei kann und das finde ich sehr schade.
Bleib s o wie du bist! Ich schaue täglich auf deinem Blog vorbei und da bin ich ja nicht die Einzige. Und eins ist auch klar: Auch Blogger müssen ja von irgendwas leben.
Was mich auch etwas nervt, sind wenn Instagrammr, die auch blogs haben ( so muss man das ja leider inzwischen formulieren) auf sämtlichen Promi Events auftauchen und sogar Werbung für Wodka machen, einfach weil es diese Anfrage gab. Das finde ich sehr schade.

LG Caterina
http://caterinasblog.com

23. Januar 2017 von Claudia

@Caterina Mit Werbung für Vodka darf man aber auf eine Victoria’s Secret-Show…😉
Es ist wirklich „unwirklich“, was dort abläuft. Mir ist besonders aufgefallen, wie verbreitet unter einigen Bloggern und Influencern neuerdings halbnackte Bilder oder Lingerie-Bilder auf Instagram sind. Das ist Werbung in eigener Sache bis zum Äußersten getrieben. Und ich gebe eine meiner Vorrednerinnen recht: Uns „Normalmenschen“ interessieren Luxushotels in XY überhaupt nicht. Selbst mit Rabattcode so und so werden wir dort nicht hinfahren und uns ein Frühstück servieren lassen, was eigentlich für 20 Leute ist und am Ende 90% davon in der Tonne landen. Und ich könnte mir das noch eher leisten, als eine 15-jährige. Durch Social Media hat diese Modewelt mit ihren zweifellos immer da gewesenen Eigenschaften eine neue Stufe erreicht. Jeder von uns kann egal wo ein Teil davon sein. Das war vor 20 Jahren unmöglich und fördert natürlich diesen Kreislauf. Liebe Sarah, ich lese deinen Blog auch schon sehr lange und finde es gut, dass du Dinge immernoch hinterfragst und nicht auf Snapchat stundenlang mit deinem Telefon Probleme besprichst und teilweise Heulkrämpfe hast (bei manchen erfolgreichen Bloggern fragt man sich auch, ob sie kein „real social life“ haben). Ich würde mich freuen, wenn es hier wieder mehr Outfit-Posts oder auch Beauty-Posts gibt. Und du darfst uns auch gerne nach Haarberatung fragen 😉.
Liebe Grüße, Claudia

23. Januar 2017 von Sarah – Josie loves

@Caterina: Aber ich hab die Tasche doch beim Rodeln an sich gar nicht dabei gehabt. 😀 Spazieren in den Bergen war ich mit der Tasche (um mein Hab und Gut zu transportieren. ;-), aber beim Rodeln war sie im Auto, weshalb es auch kein Schlittenbild damit gibt.

An dieser Stelle auch tausend Dank für all deine langen und konstruktiven Kommentare, die du regelmäßig hinterlässt und auch für dein liebes Feedback unter diesem Post. 🙂

23. Januar 2017 von Stephanie

Ich habe selbst beruflich als Geschäftsleitung eines namhaften Designers an diesem oberflächlichen Modezirkus, der Fashion Week Berlin,mehrfach teilnehmen müssen und ich habe alle diese oberflächlichen eitlen selbstverliebten Menschen dort gehasst. Unglaublich diese Selbst-Beweihreicherung dort…Da kann ich deine Gefühle dazu sehr gut verstehen. Man muss sich einfach fragen, was wichtig ist im Leben…

23. Januar 2017 von Edyta

Liebe Sarah,

Ich weiß gar nicht, was ich von alldem halten soll. Wenn man als „normale“ Instagram-userin Fotos postet hat man gar keine Chance viele Follower zu bekommen geschweige denn „bekannt“ zu werden. Es sei denn auf den Bildern sind, wie du zurecht fest gestellt hast, extrem dünne Mädchen/ junge Frauen zu sehen, die sich dann noch an den exclusivsten Orten der Welt aufhalten.
Wer bitte soll sich das leisten können? Ich frage mich das so oft (eigentlich bei fast jedem dritten Bild)…
Studentinnen, die eine Chanel Tasche haben?
Einerseits finde ich es sehr schade, wie sich die Blogosphäre verändert hat, aber andererseits soll die „Arbeit“ belohnt werden.
Früher hat man Bilder von den eigenen Outfits gemacht um andere zu inspirieren, heute werden fast nur noch bezahlte Outfitposts gepostet. Je teurer der Mantel, Pullover oder die Tasche, desto besser. Im Ernst, wie soll sich das bspw eine Arzt-/ Zahnarzthelferin, Friseurin oder sonst wer mit niedrigem Gehalt leisten können?
Wenn dann noch die ganzen Influencer, die von Kopf bis Fuß mit Designerkleidung bekleidet sind, einem falsche Tatsachen vorgaukeln, finde ich das extrem fraglich.
Ich hoffe das ändert sich bald wieder und die ganze Modebranche wird wieder etwas realer.
Ich finde es toll, dass du Outfits mit Kleidung postest, die bezahlbar ist und trotzdem richtig gut ausschaut. Bleib dir bitte weiterhin treu. Deine blogposts sind eine willkommene Abwechslung zu dem ganzen Wahnsinn. Ich finde auch die Frühstücks Kaffee Idee total super und drücke euch von ganzem herzen die Daumen!
Ich hoffe ich konnte meine Wirren Gedanken etwas verständlich zum Ausdruck bringen.
Liebste Grüße

23. Januar 2017 von Lisa

Liebe Sarah,
ich bin eine deiner stummen Leserinnen und melde mich nun doch einmal zu Wort.
Warum? Weil mich ein paar dieser Kommentare hier angesprochen haben und ich jetzt doch mal „meinen Senf“ dazu abgeben wollte 😉
Ich kenne die Modebranche nicht aus eigener Erfahrung, auch besitze ich keinen eigenen Blog und den Einzigen, den ich -mittlerweile glaube ich auch seit vielen, vielen Monaten- täglich besuche, ist deiner. Ich lese vor allem Reiseblogs, daher bin ich damals über irgendwelche Umwege auf deinen Blog gestoßen… und geblieben 🙂 Aus der menschlichen Perspektive und dank noch vorhandenem gesunden Menschenverstand kann ich dich verstehen, die Entwicklungen absurd zu nennen ist vermutlich weit untertrieben…
Aber und das wollte ich jetzt einfach mal loswerden, aber es ist dein Job. Dein selbst ausgewählter Job, der offensichtlich so gut läuft, dass dein Mann mit einsteigen konnte und ihr beide von diesem Blog sehr, sehr gut leben könnt. Das ist super und ein toller Erfolg, gar keine Frage! 🙂 Und dass einem seine Arbeit und das damit einhergehende nicht immer gefällt, auch klar!
Aber es ist jammern auf für die meisten deiner Leser/innen (zumindest meine Einschätzung) unerreichbar hohem Niveau! Wir bekommen keine Designerklamotten zugeschickt, wir werden nicht in die luxuriösesten Hotels/Bungalows/… eingeladen, wir bekommen keine Gutscheine für das online Sortiment von supertrendigen interior Homepages, etc. Auch haben die meisten wohl keinen Monatslohn, mit dem sich monatlich IT-Pieces im gut vierstelligen Bereich kaufen lassen.
Mir ist auch aufgefallen, dass sich dein Blog verändert hat und dass du fast keine Posts mehr schreibst, die nicht doch gesponsert sind. Das ist -wie gesagt- völlig in Ordnung, denn es ist dein Job. Aber ich hätte mir von deiner Seite mehr Dankbarkeit erwartet. Eben weil du auf mich eigentlich sehr authentisch wirkst. Oder andersherum, wenn du das anfechten möchtest, mehr Ignoranz/Gleichgültigkeit/… gegenüber diesen Veränderungen. Denn ich habe nicht den Eindruck, dass es dich in deiner Existenz bedrohst; dir werden Reisen finanziert welche sich deine Leser/innen nie werden leisten können. Auch mir geht es so, dass ich mittlerweile nicht mehr ganz so gerne deine Beiträge lese, weil es nicht dem Lebensstil entspricht, den ich mir leisten kann. Auch deine Outfits haben sich sehr verändert und es sind immer weniger erschwingliche und/oder alltagstaugliche Kombinationen zu finden. Jeder entwickelt sich weiter, absolut verständlich. Niemand zwingt mich dir zu folgen 😉 Aber vielleicht solltest du nicht aus dem Blick verlieren wer deine Lesergruppe ist 🙂
… oder ich wäre vielleicht von Beginn an auf einem anderen Blog besser aufgehoben, man weiß es nicht 🙂

23. Januar 2017 von Lisa

Ach herrje… allein an der Länge meines Kommentars dürftest du merken, dass ich bislang noch nie kommentiert habe 😀

23. Januar 2017 von Anna

Hallo Sarah,

ich lese jetzt schon seit Jahren hier mit, nicht wegen der Mode, sondern wegen deinen Reisen, deiner Art zu schreiben und besonders deine Meinung weiß ich sehr zu schätzen. Für mich hat sich, das worauf ich als Leserin Wert lege nicht geändert: Individualität und eine realistische Darstellung ist doch das, was gute Blogs ausmacht und auch dann noch Bestand haben wird, wenn Unternehmen anfangen besser im Influencermarketing zu werden! Ich liebe deinen Blog und deine Art diesen Blog zu schreiben. ☺
Es ist mir übrigens schon sehr lange eine Herzensangelegenheit ein Interview mit dir zu führen 😊 Ich traue mich aber gar nicht an dein Management heran 😔

Wundermenschlichste Grüße

Anna

23. Januar 2017 von Sarah – Josie loves

@Anna: Tausend Dank für deine lieben Worte. Und wegen des Interviews: Melde dich jederzeit sehr gerne unter sarah@josieloves.de, dann landest du direkt bei mir. 😉

23. Januar 2017 von Sarah – Josie loves

@Lisa: Herzlichen Dank für deinen sehr langen Kommentar. Ich bin von Herzen dankbar dafür, diesen Job ausüben zu können. Das bin ich seit Jahren jeden Tag und habe es hier auch schon sehr oft zum Ausdruck gebracht. Worüber ich mich heute beschwert habe sind all die Lügen, die aktuell in dieser Branche stattfinden, das vollkommen falsche Weltbild, das insbesondere in dieser App transportiert wird. Mir ist es wichtig, auch über diese negativen Aspekte zu schreiben. Denn es ist nicht alles Gold, was glänzt. Und dass Magersucht gefeiert wird finde ich sehr, sehr gefährlich. Und deshalb führe ich meinen Job aktuell weit lieber als Lifestyle-Bloggerin aus und distanziere mich gedanklich immer mehr vom Thema „Modeblog“.
Mir persönlich ist es sehr wichtig, eine gesunde Mischung aus gesponserten und nicht gesponserten Posts zu bringen. Und ich poste immer noch weitaus mehr Artikel, die rein gar nichts mit irgendeiner Marke zu tun haben. Aber ja, es gibt mehr bezahlte Posts als noch vor fünf, sechs Jahren. Das ist ganz klar, denn mittlerweile ist der Blog mein Hauptprojekt.

Da ich wirklich viel Wert auf konstruktive Kritik lege, würde mich dennoch interessieren, was du mit „immer weniger erschwingliche und alltagstaugliche Kombinationen“ meinst. Ich trage nach wie vor genauso viel Zara/Hallhuber/mint&berry und Co wie vor vielen Jahren, aber natürlich gönne ich mir mit 30 Jahren vielleicht die ein oder andere Designerhandtasche mehr als noch mit 23. Das hat aber nicht einmal etwas mit meinem Job zu tun, sondern damit, dass man älter wird und sich nach vielen Jahren im Berufsleben auch eher „mal was leisten kann“. Und deshalb finde ich das Argument „nie werden leisten können“ bei meiner Leserschaft einfach nicht richtig. Meine Leserinnen sind keine Teenager, sondern Frauen, die im Leben stehen. Die sich mal ein Designerstück leisten, mal ein teures Hotel, da sie Wert auf schöne Dinge legen. Das ist das Feedback, das ich auch immer bekomme. Mir ist es wichtig, zu mixen. Teure Kleidungsstücke mit günstigen, auf die Empfehlung eines Luxushotels folgt die einer airbnb-Wohnung. Was mich wundert ist die Kritik an den nicht alltagstauglichen Outfits, da sich mein Look eigentlich seit der Weltreise stark in diese Richtung geändert hat. Weniger knallige Farben und funkelnde Accessoires, schlichte Boots statt grelle High Heels. Jeden Look, den ich hier trage, trage ich 1:1 auch im Alltag. Aber klar, mein Alltagslook als Moderedakteurin sieht sicherlich ein wenig anders aus als der einer Frau in einem „klassischen“ Beruf. Deshalb würde mich sehr interessieren, was genau du meinst. 🙂

23. Januar 2017 von Julia

Also ich teile deine Meinung in Bezug auf die Wichtigkeit von Instagram. Wenn jemand auf natürliche Art und Weise 100k generiert hat – ja, ganz wundervoll! Aber dann schaue ich auf die Likes und die Kommentare und muss (auch als hauptberuflicher Online Marketing Consultant) nur eins und eins zusammen rechnen und stelle schnell fest: Gekauft. Leider hatte ich in jüngster Vergangenheit auch Absagen für tolle Projekte – „weil man nur mit Influencern über 50k arbeite“. Dass Reichweite wichtig ist, möchte ich auch nicht bestreiten. Aber was da teilweise passiert, ist schon echt kurios! Am liebsten hätte ich da zurückgeschrieben: 50k? Kein Problem, hab ich in einer Woche für 49,99€!

23. Januar 2017 von Cara

Ich schreibe gerade zum ersten Mal überhaupt einen Kommentar unter einen Blog-Post. Weil du mir aus der Seele sprichst. Ich habe in der Luxus-Branche gearbeitet, 4 Jahre lang, bis ich mich fast geschämt habe für die unwirkliche und überzogene Welt, in der ich mich aufhielt. Durch die Fashion Week habe ich mich regelrecht durchgequält. Auch mit dir, liebe Sarah, hatte ich in meiner PR-Funktion damals Kontakt. Du warst mit Abstand die normalste Person unter den Bloggern auf unserer Liste.
Einer der Gründe, warum du heute die einzige Bloggerin bist, der ich folge – und zwar auf Facebook, worüber ich dann auf die Artikel auf deiner Website gehe. Ich kann Instagram nicht mehr sehen, die Acai-Bowls, Infinity Pools und zur Perfektion geschminkten und gephotoshopten Gesichter. Eigentlich liebe ich Mode, aber ich bin ihr durch die letzte Entwicklung fast überdrüssig geworden.
Nicht mal mehr MODE-Zeitschriften kann man auf Facebook mehr folgen, es geht nur noch ums Abnehmen, irgendwelche Streetstyles (die, wenn wir mal ehrlich sind, aussehen als ob die Person im Dunkeln in den Schrank gegriffen hätte) und dämliche Samen, die satt machen sollen.
Ich hoffe sehr, dass die nächsten Jahre eine neue, andere Entwicklung mit sich bringen. Eine, in der es beim Thema Mode auch wirklich um Mode geht.

23. Januar 2017 von Laura

Danke für diesen Post. Schön, dass nicht alle Blogger bei diesem Mist mitmachen.

23. Januar 2017 von Kathi

Liebe Sarah,
ich denke den Einblick den ich habe ist nur ein Bruchteil dessen was du einsehen kannst und ich habe mich heute wirklich beim lesen des Artikels von Jana gefragt, wo zum Teufel führt das eigentlich noch hin. Instagram hat mittlerweile eine wahnsinnige Macht und das in sehr vielen Bereichen. Das Schönheitsideale, die überhaupt nichts mehr mit der Realität zu tun haben und äußerst gefährlich sind – da hier Körperideale gehypt werden, die einfach nur krank sind und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn solche dünnen Mädchen müssen in Behandlung ansonsten werden sie nicht mehr lange auf dieser Welt weilen… Ich kenne aus dem eigenen Bekanntenkreis Fälle und finde es mehr als bedenklich dass sowas passiert. Denn genau durch solche Bilder fühlen sich die Mädchen bestätigt und kommen nie aus dem Teufelskreis raus.
Bezüglich der Follower kann ich nur eins sagen. Ich versuche meinen Instagramaccount seit einem knappen Jahr auf ehrliche Art und Weise aufzubauen und es schlichtweg nicht möglich annähernd Zahlen zu erreichen mit denen Firmen kooperieren wollen. Die Zahlen des Blogs sind völlig unwichtig, obwohl es doch gerade darum geht. Einfach nur traurig..
Ich mag deinen Blog total gerne, da du dich auch immer mal wieder sehr kritisch mit der ganzen Branche auseinander setzt und das macht dich einfach sehr sympathisch und authentisch.
Entschuldige bitte den langen Kommentar 🙂
Liebst Kathi

24. Januar 2017 von Mari

Ich glaube, dass diese Unehrlichkeit nicht nur ein spezielles Problem der Mode- oder „Influencer“-Branche ist, sondern eigentlich in allen erfolgreichen Branchen auftritt, sobald es „etwas zu verteilen“ gibt. Dann wird mit allen möglichen unschönen, unfairen und vor allem unehrlichen Mitteln um das größte Stück vom Kuchen gekämpft. Ich arbeite in einer ganz ganz anderen (klassischen) Branche, in der ich mich ebenfalls sehr oft frage, ob ich dort überhaupt hinpasse, weil ich so viel Unehrlichkeit einfach ganz gruselig finde und es auch nicht nachvollziehen kann, warum überhaupt mit solchen Mitteln gekämpft wird, wo es uns schon (aus materieller Sicht) so überdurchschnittlich gut geht. Da hilft wahrscheinlich nur, sich selbst treu zu bleiben und sich nicht auf solche Spielchen einzulassen. Langfristig macht dieser Weg bestimmt glücklicher, auch wenn einen die kurzfristig, mit unfairen Mitteln erreichten Erfolge echt ärgern und aufregen können. Liebe Grüße… 🙂

24. Januar 2017 von Janine

Ein unglaublich ehrlicher und toller Post. Ich finde es erschreckend, welchen Stellenwert Social Media in unserer Gesellschaft bekommt und dass uns allen eine Scheinwelt als Realität verkauft wird, die für normale Menschen nie erreichbar sein wird. Und wahrscheinlich ist es auch nicht erstrebenswert, sie zu erreichen. Eine Welt, in der Aussehen, Marken und Status mehr wert sind als Höflichkeit, Ehrlichkeit und Integrität – auf die kann ich verzichten. Social Media macht meines Erachtens außerdem unglücklich. Man vergleicht sich mit dünn retuschierten Models und Bloggern, die teure Klamotten tragen und mit den It-Girls dieser Welt abhängen und stellt dadurch sein eigenes Leben total infrage. Oder mit Fitnessbloggern und Sportlern, die das hauptberuflich machen. Und man denkt: Bin ich zu dick? Ist mein Leben zu langweilig? Schlimm ist das. Ich werde künftig meinen Social Media-Konsum herunterschrauben, weil ich einfach merke, dass mir diese unechte Welt nicht gut tut.

24. Januar 2017 von Neele

Ich bin zwar auch ein Teil der „Blogger Blase“ allerdings nur ein sehr kleiner. Deshalb dachte ich, ich melde mich dennoch mal zu Wort, denn ich bin so froh über deinen Artikel. Ich dachte schon, ich sei irgendwie falsch, weil ich mich auf der Fashion Week phasenweise richtig unwohl gefühlt habe. Ich habe selbst einen Blog, jedoch geht es mir hierbei um „die Sache“ und nicht primär um mich. Ich habe mich schon so oft gefragt, wie die sog. Influencer die Firmen für sich gewinnen können. Hinter so vielen „Beiträgen“ steckt einfach null Content. Ist das den Firmen egal? Viele „Kolleginnen“ machen lieber Bilder von sich und ihren Outfits als sich für die Mode und die Designer zu interessieren, ich verstehe das alles irgendwie nicht. Erst dachte ich, ich sei zu alt (32), allerdings hoffe ich, dass es nicht daran liegt. Ich persönlich betreibe meinen Blog weil ich es liebe zu schreiben, mehr über Mode und ihren Hintergrund zu erfahren und meine Leser über Themen informieren möchte, die mich interessieren. Instagram sah ich bis dato eher als „Werbung“ für neue Blogbeiträge oder Inspirationsquelle an. Was momentan passiert ist allerdings echt krass… Keine Ahnung wo das enden wird.

Vielen Dank noch mal für deinen tollen Beitrag, jetzt bin ich etwas beruhigt 😉 Liebe Grüße aus Freiburg, Neele

24. Januar 2017 von Melanie

Liebe Sarah,
danke für deinen tollen Beitrag. Es ist super schade, dass das Bloggeschäft – vielleicht auch durch Instagram – immer verlogener wird. Und erschreckend ist auch, was das mit uns macht: Ich habe mir bei dem Beine-Bild beim Durchscrollen nur *nerv* gedacht, aber die unrealistische Bearbeitung nicht mal realisiert!

Die Gier nach Geld und Erfolg in Zahlen nimmt immer absurdere Züge an – ich habe heute ein Brunch-Arrangement auf Instagram gesehen, bei dem eine Flasche Wodka des Sponsors auf dem Frühstückstisch stand. Ich bin mir sicher, auch die User lassen sich nicht ewig so krass verarschen. Qualität besteht über die Dauer und manche absurde Trends kommen und gehen. Ich hoffe es zumindest – schon allein wegen toller Artikel wie deiner.
Viele Grüße, Melanie

24. Januar 2017 von Lisa

Hallo Sarah,

ich habe deinen Artikel heute morgen schon gelesen und er schwirrte mir den ganzen Tag über im Kopf herum. Auch die meisten der Kommentare habe ich gelesen. Trotzdem fällt es mir schwer meine Gedanken zu dem Thema in Worte zu fassen,…

Instagram ist eine tolle App. Schade, dass sie von manchen missbräuchlich verwendet wird um schnell an Geld und Aufmerksamkeit zu gelangen. Auch ich bin schon mal ein paar Influencern wegen der teilweise schönen Fotos gefolgt- aber, und das ist der entscheidende Punkt: niemand konnte mich auf lange Sicht begeistern. Ich bin Mitte 20 und täglich Selfies von Person XY anzusehen langweilt mich einfach! Oft sind die Fotos so austauschbar und diese ,,deepen“ Sprüche dazu finde ich auch nicht kreativ. Aus diesem Grund denke ich, dass diese ganze Instagram Welt noch eine ganze Weile weiter laufen wird, aber sich das enorme Marketing der Firmen in ,,unseriöse“ Instagrammer in absehbarer Zeit erledigen wird. Viele sind enorm unprofessionel, was mich als Leser/Follower abschreckt.

Wie dem auch sei, ichn finde die Art und Weise wie du deinen Blog betreibst nach wie vor toll. Auch die von anderen erwähnten Kooperationen mit Luxus-Hotels haben mich nie gestört. Ein bischen träumen… 🙂 Und davon abgesehen, finde ich es verständlich, dass du schließlich irgendwie deinen Lebensunterhalt damit finanzieren möchtest. Mangelnde Authentizität habe ich bei dir noch nie wahrgenommen.

Viele Grüße und weiterhin viel Erfolg

25. Januar 2017 von Emi

Ja, die Hauptkritik ist ja die Glorifizierung der Anorexie. Und das ist wirklich bedenklich, da aus meiner Erfahrung als Lehrerin viele 10-15jährigen Mädels ständig auf Instagram und Snapchat schauen – dagegen war unsere Jugend mit Bravo, Girl und Mädchen regelrecht harmlos!
Ausserdem ist die Entwicklung diesbezüglich z.B. In den U.S.A viel fortgeschrittener, deshalb ist es umso wichtiger, dass Blogger wie du, Sarah kritisch dazu Stellung nehmen und sich davon distanzieren. Vielleicht sogar noch ausführlicher oder mit einer Aktion verbunden, bei denen deine Leserinnen mitmachen können? Dazu können die sozialen Medien schließlich auch effektiv genutzt werden!

Mir gefällt bei diesem Post besonders gut, wie vielseitig sich deine Lerserinnen dazu äußern und dass du sogar gezielt antwortest!

Dass du dich bzgl Rodeln-mit Chaneltasche, gesponserte Luxushotels usw „rechtfertigen“ musst, finde ich allerdings „typisch deutsch“: man muss beweisen und argumentieren, wie bodenständig man ist. Das gibt es in Südamerika oder den U.S.A so gar nicht – eher das Gegenteil.

Deine Kritik an den gekauften Followern, Schönheitswahn usw hat ja auch sein Gutes: du entwickelst dich weiter, grenzt dich davon ab und hast Ziele, die du dir verwirklichst. Weiter so!

Liebe Grüsse und ich bin gespannt, ob noch mehr „Aktionismus“ als Antwort folgt 😉

25. Januar 2017 von Ina

Liebe Sarah,
ich verstehe sehr gut, dass du dich von manchen Dingen der Modewelt abgestoßen fühlst. Das schimmert ja so manches Mal in deinen Blogposts durch. Was ich aber nicht verstehen kann, ist, wieso dann nur alle Jubeljahre ein „Jammerpost“ kommt. Da muss ich mich meinen Vorrednern anschließen: Das ist dein Job.
Aber: Du hast hier eine große Plattform geschaffen. Die kannst du ja durchaus nutzen, dich kritisch und reflektiert mit der Modewelt auseinanderzusetzen – damit meine ich keine solchen Posts wie sie oben stehen, sondern eine tiefergehende Auseinandersetzung, im Idealfall mit seriösen journalistischen Ansätzen. Mich irritiert immer wieder, dass sich so etwas auf kaum einen Blog findet. Dabei gäbe es so wunderbare Möglichkeiten, sich der Mode etwas anspruchsvoller zu nähern. Solange Blogger und sogenannten Influencer nur an der Oberfläche bleiben und sich zu Marionetten machen lassen, werden die Auswüchse der Modewelt sicher nicht kleiner und die Reichweiten der Blogs nur für unnützen Kram vergeudet. Schade.
Liebe Grüße
Ina
PS: Das mag sehr hart klingen. Ich würde mich aber freuen, wenn du den Kommentar einfach nur als Denkanstoß, nicht als Angriff, siehst.

25. Januar 2017 von Susa

Fast noch interessanter als den Artikel an sich finde ich die Kommentare. Sarah kritisiert hier in erster Linie die Glorifizierung von Anorexie und bekommt den Vorwurf, dass sie eine Designerhandtasche im Winterurlaub trägt? Also mit dem Authentizitätsvorwurf braucht man hier auf dem Blog wirklich nicht ankommen – da gibt es ganz andre Kandidaten. Liebe Grüße, Susa

25. Januar 2017 von Stefanie

Vielen Dank für diesen tollen Artikel! Früher war Instagram für mich ein Reminder das neue Blogposts hochgehen, die ich lesen möchte, Inspirationsquelle für Outfits und Interior und und und… Ich habe es einfach gern angeschaut um etwas NEUES zu sehen. Jetzt aber scrolle ich durch die App und sehe immer dasselbe.. dieselbe Pose, dasselbe Designer „It“ Piece. Für mich ist es fast so als würde ich ein und derselben Person 200x folgen. Noch schlimmer finde ich, dass all diese „Influencer“ immer unechter werden. Man sieht richtig wie bearbeitet die Fotos sind und ja auch ich denk mir manchmal : „Du bist ja das doppelte von denen“, dabei bin ich einfach Durchschnitt in der „realen“ Welt.
Die Modewoche habe ich wie immer verfolgt und mich auf die neuen Kollektionen gefreut, jedoch war ich irritiert wie wenig es noch um die Mode ging.. ständig dieselben Selfie kniepsenden Mädls, die sich die Kleider nicht mal ansahen.. Jetzt lese ich den 5. kritischen Artikel und bin froh, dass es nicht nur mir so geht. Ich finde es erschreckend was gerade passiert und wie „gleich“ alle werden..

25. Januar 2017 von Jen

Wahnsinnig wie dieses Thema nach einer Fashion Week auf allen Seiten aufpoppt. Schade, dass es hier schon lange nicht mehr um das eigentlich Thema: die Mode, deren Qualität, die Idee, die Kreativität und dessen Umsetzung geht. Es muss glitzern, es muss funkeln und mit vielen Filtern unreal gezaubert werden. Je unechter alles ist (lange Beine, Followerzahl) desto garantierter bekommt man tolle Kooperation. Ehrlich währt hier leider nicht am Längsten oder Besten. ;( Toll, dein kritisch geschriebener Beitrag… Ich finde solche ehrlichen Worte gut und sehr, sehr wichtig.

26. Januar 2017 von Important Part

Hallo liebe Sarah,

ein toller Beitrag. Für mich war es vergangene Woche der erste Besuch auf der Berliner Fashion Week und auch ich stehe der ganzen „Bloggerwelt“ skeptisch gegenüber. In der letzten Woche habe ich mir öfter die Frage gestellt, ob ich ein Teil dieser Welt bin und überhaupt sein möchte. Ich habe das Gefühl, dass das Thema Mode, für das ich als Blogger brenne, für viele nicht im Vordergrund steht.

Ich bin zu dem Entschluss gekommen meinen Blog mit Leidenschaft weiterzuführen und mich von dem ganzen Schnickschnack nicht ablenken bzw. von meinem Weg abbringen zu lassen.

Ich wünsche dir einen schönen Tag

Liebe Grüße

Charlotte

28. Januar 2017 von Manuela

Ich gebe zu, ich habe Instagram unterschätzt. Ich gehöre eher zur Kategorie „Technikaffin“ und muss jede neue App oder „Revolution“ wie es Twitter einmal war ausprobieren. Allerdings, und das ist das ulkige daran, habe ich lange um Instagram einen Bogen gemacht. Eben gerade darum, weil ich den Sinn darin nicht sah, warum ich durch verschiedene Filter ein verfälschtes Bild meiner Realität online stellen soll. Irgendwann ließ ich mich doch überreden, installierte es und merkte dann doch, dass es darüber wirklich funktioniert nette Mädels „kennen zu lernen“, welche Interessenkonform agieren. Allerdings muss man hierbei ziemliche Medienkompetenz aufbringen um genau diese Unterscheidung festzustellen. Also, keine geschönten Bilder sehen zu wollen, sondern eben das möglicherweise ungeschminkte etwas. Daher habe ich auch nur lumpige 1000Follower (oder weniger), aber davon seit ein paar Jahren und irgendwie hat sich dadurch tatsächlich eine Art Community entwickelt. Was ich schön finde. Was ich daran absolut absurd finde ist, dass einige darunter auch zum Opfer gefallen sind und stetig ihren Glamour mit Starbucks Becher weiterhin in die Kamera halten müssen. Unfollow! Du hast schon sehr oft über diese verfälschte Entwicklung berichtet, dennoch muss ich sagen, dass diese Entwicklung hausgemacht ist: Meines Erachtens an mangelnder Medienkompetenz. Die wenigsten denken darüber noch nach was es bedeutet seinen Standort preis zu geben, preis zu geben in welchen Läden man essen geht, welche Markentasche grade hip werden wird oder grade hip ist, welcher Schmuck getragen wird und selbst welche Gesichtsmaske man aufträgt und in die Kamera hält. Ja selbst die Sportfanatiker fallen zum Opfer und geben sich dem Schönheitswahn mit irgendwelchen überteuerten Stoffwechselkapseln hin. Die Entwicklung ist einfach diese, dass Instagram als Werbeplattform dient, welche dadurch absolut funktioniert, da diese in der S-Bahn oder sonstwo „mal eben genutzt“ wird worunter man der vertrauten Bloggerin von ursprünglich nebenan (mittlerweile In der Frontrow der Fashion Week) ein neues Produkt testet. Anstatt Preis zu geben, dass diese Tasche gesponsert wurde oder die neue Gesichtsmaske Ausschlag auslöst, wird die Werbetrommel gerührt. Ich würde dir hier gerne andere Worte formulieren, aber die Modewelt ist und bleibt oberflächlich. Die Entwicklung wird weiterhin dahin gehen, dass Menschen und grade „Mädels aus dieser Welt“ schlicht und ergreifend käuflich bleiben, da sie den Hype und möglicherweise das große Geld dahinter sehen. Den Missbrauch an der eigenen Person selbst, sehen sie nicht. Auch ich folge „großen Bloggern“ – nicht der Mode wegen – mich interessiert dies ehrlich gesagt gar nicht mehr, da jeder Content schlicht und ergreifend gekauft ist. Ich bewundere daher Mädels wie dich, die sich dem entgegen stellen und nicht mit der Masse mit rennen. Allerdings ist dies immer noch die Minderheit. Ich bin selbst keine Bloggerin, aber ich kann mir vorstellen, dass die vereinzelten Veranstlatungen der Firmen geradezu darauf abzielen, zu twittern, zu instagrammen, zu bloggen, zu snapen was das Zeug hält, wenn sie grade bspw. die neue Coca Cola schlürfen dürfen. Lange Rede – kurzer Sinn. Ich sehe die Entwicklung sehr besorgt. Auch, dass über Bilder über Worte eines Blogs hinweg gegriffen wird. Ein Bild mehr Aussagekraft haben soll als ein in tiefgründigen Text. Ja, wir alle lesen gucken gerne Blümchenkleider an. Aber ich möchte nicht lesen, was die Marke des Kleides ausmacht und welches Gefühl die Firma dieses Kleides verkaufen möchte. Alles was ich als Leser möchte ist, was Du als Blogger damit verbindest und den Grund warum du allein dieses Kleid tragen möchtest. Und was dir womöglich auch an diesem Kleid nicht gefällt. Authentizität vs. Marketinggetrommel – ihr Blogger habt es selbst in der Hand! Wie wäre es mit einer Art Bloggerverband in Deutschland, Europa, international? Momentan sehe ich die Bloggerwelt eher ausgehungert ausgeliefert der großen reich bunten Mode-Industrie hinterherhechelnd. Es fehlt ein eindeutiges Zeichen eurerseits! Solange ihr mitspielt ist deine obige Kritik leider in den Wind geschossen. (Amen.^^)

29. Januar 2017 von Diana

Liebe Sarah,

ich arbeite selbst in der Modebranche, habe vor 4 Jahren schon auf der FashionWeek in Berlin und Kopenhagen ausgeholfen, als Blogger damals noch keine große Nummer waren. Persönliche Blogs interessieren mich allerdings auch bis heute nicht, ich bin auf diesen Artikel durch Facebook gestoßen.

Ich möchte dir Recht geben, dass es tatsächlich ein großer, verlogener Zirkus geworden ist. Allerdings sollte euch auch bewusst sein, dass ihr alle und auch du dennoch Teil davon seid und ihr mit jedem eigenen Post auf Instagram etc. das Ganze befeuert. Leider ist vieles vom Hintergedanken „Schaut mal her was ich mir tolles leisten kann“ oder „Schaut mal her wie hübsch/cool/beliebt… ich bin“ getrieben. Das ist sehr traurig, aber nach meinem Gefühl an der Tagesordnung. Die Blogger sollten nicht nur die FashionWeek und die Szene um sich herum kritisieren, sondern auch mal sich selbst – ganz unabhängig davon wie lange man selbst schon dabei ist und ob man es bereits „geschafft hat“. Wie hoch ist denn der Mehrwert meines Jobs? Geht es mir doch größtenteils um Dinge, die von Narzismus getrieben sind? Damit will ich dich keinen Falls angreifen! Dennoch ist so gut wie jeder Modeblog und Instagram-Influencer-was-weiß-ich-Account Teil dieses verrückten Systems und in der Regel von Starkultur getrieben: „Ich möchte als Prominenter behandelt werden und kostenlos tolle Sachen zugeschickt bekommen.“ Das ist schon sehr fragwürdig, was da zur Zeit passiert. Dass du, Jessie von Journelles oder Riccardo Simonetti das jetzt alles hinterfragt und kritisiert, zeigt ja, dass ihr das selbst komisch findet. Aber würdet ihr eure Werte über eure Bloggerkarriere stellen und mit dem System brechen? Eine Freundin von mir führt ebenfalls so einen Blog und leider höre ich bei ihr immer wieder raus, dass sie im Grunde keine Lust hat richtig zu arbeiten, die Starkultur vergöttert und mit Selfies Geld verdienen möchte. Es ist ein Ziel von ihr erkannt zu werden und Fans zu haben! Mir ist das alles sehr suspekt und ich verstehe auch, dass sich andere aus der Modebranche über diese Einstellung vieler Blogger aufregen. Ich selbst habe keinen Instagram Account und ich werde mich weiterhin gegen die Angeber-Plattform wehren. Denn genau das ist sie leider!

31. Januar 2017 von petra

Vielen Dank für diesen tollen Post. Ich fand vor ein paar Jahren war Instagram noch persönlicher. Es wurden Schnappschüsse aus dem Alltag gezeigt, nicht gestellt , in Farbe ( nicht alles weiß) und immer ein kleiner persönlicher Text dabei. Es hat spaß gemacht abends durchzuscrollen und vereinzelt ein paar persönliche Kommentare unter das Bild zu schreiben.Heutzzutage fällt mir es immer schwerer überhaupt noch ein like dazulassen. Weil jedes Bild irgendwie gleich ist. Ich find es aber dafür immer schöner, daß immer mehr Blogger wie du, diese Entwicklung genauso kritisch sehen wie viele andere und dieses auch öffentlich machen.

1. Februar 2017 von Juliane

Vielen Dank für diesen Beitrag! Es ist richtig und wichtig, was du da schreibst. Ich stelle es mir nicht einfach vor für dich. Als Bloggerin mit einem Faible für Mode und die schönen Dinge des Lebens hast du begonnen, jetzt rennen die „Influencer“ in Scharen an dir vorbei mit nicht weiter als gekauften Fans und einer Esstörung und ein Modebranche schreit Hurra und findet das alles super. Ich sitze auf der anderen Seite und berate Kunden, mit welchen Bloggern und Influencern sie zusammenarbeiten sollen. Ich hätte e nicht für möglich gehalten und fasse es bis heute nicht, wie schwer es ist Brands und Unternehmen davon zu überzeugen, dass Zahlen NICHTS sind, der Fit, der Content und die Interaktion hingegen schon. Gefühlt alle arbeiten mit Influencer aber 99% machen damit eine schlechte Arbeit. Weil sie schlichtweg keine Ahnung haben. Das ist auch für mich als Berater manchmal frustrierend. Lass dir bitte trotzdem gesagt sein: Lass den So-called-Influencern ihr 15 minutes of fame. Es ist halt gerade die Zeit. Irgendwann wird jemand mal so clever sieeinein und hinterfragen, ob es die Marketing-Spendings wirklich wert sind, einer fake-frisierten Influencern das Geld hinterherzuschmeißen. Die Frage ist doch, positioniere ich mein Produkt wirklich im richtigen Licht mit einem einzigen Instagram-Post wenn ich noch nicht einmal den Algorithmus kenne und der Post vor mir und der nach mir völlig verschiedene Produkte zeigen? Irgendwann wird sich das mal jemand fragen und Content wird wieder wichtig. Dann kommt die Stunde der Blogger, die schreiben können, eine treue Leserschaft haben die sie mit dem was sie schreiben erreichen und vielleicht sogar beeinflussen. Die echten Influencer eben.

1. Februar 2017 von Juliane

Bitte entschuldige die vielen Tippfehler. Blogs mit dem Handy zu kommentieren sollte ich besser lassen. Das Auto-correct ist auf jeden Fall nicht auf meiner Seite.

3. Februar 2017 von Lisa

Ein sehr wichtiges Thema, dass du da ansprichst.
Bei diesen ganzen Follower-Kauf-Geschichten stellt sich mir immer die Frage, ob tatsächlich die Marketingabteilung der werbenden Unternehmen derart versagt oder ob es sich um Marketingagenturen handelt, denen es schlichtweg egal ist, weil sie ihr Geld dafür bekommen, einfach nur die Zahlen zu erfüllen.

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