Goodbye Zucker:
Drei Monate nach meinem Projekt

08.08.2017

Ich wurde in den letzten Wochen sooo oft darauf angesprochen, wie sich mein Essverhalten denn nun dauerhaft verändert hat, dass ich mich nach meinem „zwei Wochen nach meinem Zuckerfrei-Projekt„-Post Ende Mai noch für einen „drei Monate danach“-Beitrag entschieden habe.

Und ich muss leider ganz offen und ehrlich sagen, dass ich drei Monate nach dem erfolgreichen Abschluss meines Zuckerfrei-Projekts fast wieder bei meinen alten Essgewohnheiten angelangt bin. „Ein schleichender Prozess“, sozusagen. Den großen Stress der letzten Wochen möchte ich nicht als Ausrede vorschieben, aber er hat sicherlich dazu beigetragen, dass ich immer öfter „mal eben ein Stück Schoko hier“, „ein paar Gummibärchen da“ genascht habe. Was mich selbst ehrlich gesagt selbst ein bisschen schockt ist, dass mir viele Dinge direkt nach meinem Projekt tatsächlich viel zu süß waren, ich aber mittlerweile wieder Ketchup zu meinem Pommes esse und mich bei der Hochzeits-Candybar auch an den Gummibärchen bedient habe. Obwohl ich besser als je zuvor weiß, dass beides richtig schlecht für meinen Körper ist. Aber viele Dinge haben sich nach und nach wieder in mein Essverhalten eingeschlichen. Ein paar Unterschiede zur „vor dem Zuckerfrei-Projekt“-Zeit gibt es aber doch. Wir kaufen keine Süßigkeiten mehr für zuhause, damit in schwachen Nachmittagstief-Momenten nicht mehr die halbe Tafel Schokolade genascht wird. Die Hürde ist nämlich größer, wenn man für die Schoko-Dosis erst einmal aus dem Haus gehen muss. Immer zuhause habe ich Nüsse, die ich als Alternative snacke. Manchmal ist die Schkoko-Sucht aber doch zu groß und ich statte der Götterspeise bei uns um die Ecke einen Besuch ab …

Reiner Industriezucker wurde allerdings komplett aus dem Haushalt verbannt. Gebacken wird nur noch mit Zucker-Alternativen. Auch Fertigsaucen durften nach der Projekt-Verbannung nicht mehr neu in den Kühlschrank einziehen. Ein paar positive Auswirkungen des Experiments gibt es also doch noch. Aber: Ich vermisse das positive „mein Bauch ist so flach und nie gebläht“-Körpergefühl, das ich nach dem Projekt hatte. Und deshalb bin ich am überlegen, wie ich langfristig meine Ernährung umstellen werde, ohne noch einmal dieses „Extrem“ (Ich bin nach wie vor froh, dass ich dieses Projekt gemacht und in dieser Zeit sher viel gelernt habe!) auszuprobieren. Kleine Veränderungen, ohne voll und ganz auf Zucker zu verzichten. Da ich weiß, dass sehr viele von euch schon einmal ein ähnliches Experiment umgesetzt haben, würde mich einmal sehr interessieren: Wem von euch ist es gelungen, die Ernährung direkt danach komplett umzustellen? Und wer ist ganz schnell in alte Muster verfallen? Ich freue mich riesig über eure ehrlichen Erfahrungsberichte und darauf, dieses Thema vielleicht zukünftig noch einmal intensiver hier auf Josie loves aufzuarbeiten.

Kommentare

8. August 2017 von Marie

Ja, das war abzusehen. Sorry für die ehrlichen Worte.

Zucker ist nicht „richtig schlecht“ für den Körper. Das muss man ganz eindeutig mal sagen. Vielleicht hilft dieses Video: https://www.youtube.com/watch?v=-dISak-kORs
Schade, dass das noch so propagandiert wird.

Ich selbst achte aufgrund der Kalorienbilanz darauf, dass ich eher auf Zuckeralterntiven zurückgreife, aber nicht, weil Zucker schlecht ist.

Ich habe selbst über 8 Wochen auf meine Kalorienbilanz geachtet. Man lernt unheimlich viel über Ernähung und es hat sich sehr positiv auf meine Essgewohnheiten ausgewirkt.
Aber nicht, weil es ein Extrem ist, sondern, weil es etwas war, dass ich problemlos in meinen Alltag integrieren kann und weil mir die kalorienärmeren Alternativen zum Teil sogar besser schmecken, wenn nicht genauso gut.

8. August 2017 von Sylvia

Ehrlich gesagt wundert mich das überhaupt nicht das du nicht plötzlich geheilt warst. Ich denke man muss das Leben auch als auf und ab sehen – kaum jemand ernährt sich dauerhaft perfekt, ausser es ist sein Job oder sein grösstes Hobby.
Ich fahre seit Jahren recht gut damit während der Woche Mo-Fr (Abends) wenig ungesundes zu essen. Ich koche in dieser Zeit kein Schnitzel, esse auswärts eher Salat und wir haben keine Süssigkeiten Zuhause. Ab und zu brauche ich mal einen Keks oder eine Ecke Schokolade, das wars dann.

Weil ich leider auch Schokolade liebe und keine angebrochene Tafel im Kühlschrank überlebt, funktioniert das recht gut. So hab ich auch weniger Hunger. Wenn ich immer mal wieder Nasche, bekomme ich abartigen Heisshunger der soweit geht, das ich fast stündlich Hunger habe (mit Magenknurren und so, keine Gelüste).

Liebe Grüsse
Sylvia
http://www.mirrorarts.at – Fotografieblog

8. August 2017 von Katharina

Wahnsinn, dass dein Projekt schon wieder drei Monate her ist. Mir ginge es wahrscheinlich ähnlich wie dir und ich würde wieder in alte Muster verfallen. Ich liebe Schokolade, Eis und auch Gummibärchen und würde nie ganz darauf verzichten wollen.
Ich versuche auch, nicht zu viel davon zu essen.

LG Katharina
http://dressandtravel.com

8. August 2017 von Kristina

Diese „Rubrik“ auf deinem Blog finde ich sehr interessant und ich überlege auch mal eine zeitlang auf Zucker zu verzichten oder zumindest Mo-Fr. Genau, wie du sagst, denke ich, dass man sich einfach besser fühlt und auch ein besseres Gefühl dafür bekommt, was man den ganzen Tag so zu sich nimmt. Für den Rest seines Lebens immer auf Schoki und Co. zu verzichten macht meiner Meinung nach keinen Sinn, da es einfach auch ein Stück Lebensqualität ist.
Liebe Grüße ♡Kristina
TheKontemporary

8. August 2017 von LindaLibraLoca

Mir ging es ähnlich, ich bin inzwischen wieder bei meinen alten Essgewohnheiten angelangt, obwohl ich merke, dass ich mich oft schlechter damit fühle, als während der zuckerfreien Zeit…

Linda, Libra, Loca: Beauty, Baby and Backpacking

8. August 2017 von Jessica

Liebe Sarah, ich kann das nachvollziehen – ich würde auch ungern auf Schoki, Eis & Kuchen verzichten wollen. Allerdings habe ich diesen Heißhunger tatsächlich seit ein paar Jahren ganz gut im Griff. Ich habe mir nach (eigtl. beruflichen) Gesprächen mit Fitness/Food-Experten angewöhnt, sehr wenige Mahlzeiten zu essen, also 2-3 am Tag. Dort achte ich auf einen ausgewogenen, gesunden Mix aus KH, Eiweiß & (gesundem) Fett (!) und esse mich dann aber daran wirklich satt. Keine kleinen Häppchen wie vorher, sondern große Portionen. Und siehe da: Mein Körper braucht diese „Snacks“ zwischendurch einfach gar nicht mehr, er hat ausreichend Energie, ich genieße das Essen und in Summe nehme ich sogar weniger Kalorien zu mir. Klappt nicht immer, aber meistens. Es muss halt in den Tagesablauf passen.

9. August 2017 von Antonia

Liebe Sarah,
ich habe das Projekt ja auch mehrfach gemacht – und fahre damit ganz gut, keine Süßigkeiten mehr zu Hause zu haben – denn sind sie da, werden sie auch gegessen. Auf Eis etc. mag ich auswärts nicht verzichten, aber wenn man es sich erst holen muss, überlegt man eben dreimal.
Warum mache ich das? Weil ich unfassbare Magenprobleme hatte – und seitdem ich auf industriellen Zucker bzw. viele Süßigkeiten verzichte, sind sie weg. Sobald ich wieder mehr esse, sind sie wieder da. Keine Ahnung, warum, aber solange es mir gut damit geht, ist mir das auch egal 🙂
Ansonsten achte ich auch darauf, dreimal am Tag zu essen und Snacks nur, wenn ich wirklich Hunger habe. Auch wenn Kalorienzählen verpönt ist, ich habe dadurch das erste Mal in meinem Leben ein Gefühl für Lebensmittel bekommen – ich zähle nicht konstant, gucke aber ein bisschen drauf. Auch verzichte ich auf Lightprodukte, weil sie den Insulinspiegel heben und noch mehr Heißhunger machen. Der Zuckerverzicht war auf jeden Fall ein guter Anstoß, meine Ernährung umzustellen 🙂
Fazit: Ich esse weiterhin worauf ich Lust habe, geißle mich nicht selbst, aber achte einfach ein bisschen drauf – nicht, weil ich abnehmen will, sondern weil ich mich körperlich besser fühle.

9. August 2017 von Friederike

Liebe Sarah,
es ist glaube ich völlig normal, dass man wieder zu seinen alten Gewohnheiten zurückkehrt, aber dennoch hast du ja ein Bewusstsein dafür entwickelt, wann es zu viel wird und kannst gegensteuern. Ich halte es so wie du, wir haben keine Süßigkeiten zu Hause, aber an einer Candy-Bar komme (und will) ich nicht vorbei. Diese Ausnahmen genieße ich dann aber auch.
Was den Heißhunger betrifft, hatte meine Hebamme einen guten Tipp auf Lager. Sie meinte, dass der Körper dann gesunde Fette bräuchte und empfahl einen Teelöffel gutes Öl am Morgen. Daran halte ich mich auch jenseits der Schwangerschaft und fahre gut damit.

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