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Eat well, feel better: Ernährungsexpertin Carolin Kotke im Interview

Eine bewusste, ausgewogene Ernährung ist die Basis einer gesunden Lebensweise. Eine essentielle Rolle spielt hier die optimale Versorgung unseres Körpers mit den richtigen Nährstoffen. Doch wie finde ich heraus, was mein Körper braucht und wie integriere ich eine gesunde Ernährung in den oft stressigen Alltag? Und welche Rolle spielt hierbei die Säure-Basen-Balance? Für die Beantwortung dieser Fragen habe ich heute mit Carolin Kotke eine Expertin ins Boot geholt!

Carolin Kotke ist Ernährungsexpertin, Brustkrebsaktivistin, Bloggerin und seit diesem Jahr auch erfolgreiche Buch-Autorin. „Eat well, feel better: Die neue Säure-Basen-Formel“ erschien Anfang Juni und wurde schon nach kurzer Zeit zum Bestseller.

Im Ratgeber stellt Carolin ausführlich ihr persönliches Ernährungskonzept vor, gibt Tipps, wie wir ein Bewusstsein für unsere Ernährung entwickeln können, erklärt die Bedeutung des Säure-Basen-Haushalts unseres Körpers und teilt viele wertvolle Informationen rund um eine basenüberschüssige Ernährung und die Umsetzung der von ihr entwickelten Formel. Untermalt wird der Ratgeber durch 50 Rezepte, die ganz easy individuell angepasst werden können. Klingt spannend? Das ist es auch!

Nun möchte ich gar nicht mehr so viel schreiben, sondern das Wort an Carolin übergeben. Was es mit ihrer neuen Säure-Basen-Formel auf sich hat, wie wir diese in unsere Routine integrieren, was neben der Ernährung für einen gesunden Lebensstil sonst noch wichtig ist und wie wir mit dem Zucker-Jieper im stressigen Alltag umgehen können, das erzählt uns Carolin Kotke im Interview.

Carolin Kotke (Bild: Georg Verhasselt)

„Eat well, feel better“ – Ein Interview mit Ernährungscoach und Bestseller Autorin Carolin Kotke

Josie loves: Wie würdest du dich und deine Mission in wenigen Sätzen beschreiben?

Carolin Kotke: Meine Mission ist es möglichst viele Menschen für einen gesünderen und bewussten Lebensstil zu motivieren. Ich möchte aufklären, inspirieren, aber auch motivieren und zeigen wie einfach eine gesunde und ausgewogene Ernährung eigentlich sein kann – und was sie eben bewirken kann ;-) Denn genau das durfte ich nach meiner Krebserkrankung vor ein paar Jahren an meinem eigenen Körper spüren. Nämlich, dass wir langfristig gesund bleiben und uns wieder voll und ganz in unserem Körper wohlfühlen.

Josie loves: Wieso basische Ernährung? Was bedeutet es für unseren Körper, wenn er übersäuert ist?

Carolin Kotke: Bei der basischen Ernährung geht es darum den Körper mit basischen Lebensmitteln wieder in die richtige Balance zu bringen und aktiv zu unterstützen. Damit unser Körper nämlich einwandfrei funktionieren kann, müssen Säuren und Basen im richtigen Verhältnis im Körper vorhanden sein. Ist dieses Verhältnis ausgeglichen, sprechen wir von der Säure-Basen-Balance und unserem Wohlbefinden steht nichts im Weg. Überwiegen die Säuren in unserem Körper können unsere Organe und Organsysteme nicht mehr im Einklang miteinander arbeiten und es werden diverse Volkskrankheiten begünstigt. Erste Anzeichen einer Übersäuerung können z.B. Wassereinlagerungen, unreine Haut, Müdigkeit, Kopfschmerzen oder auch Magen- und Darmprobleme wie Sodbrennen oder Blähungen sein.

Das Gute ist, dass diese Symptome gar nicht unbedingt unsere Feinde sein müssen. Ich sehe sie viel mehr als freundliche Boten, die uns ermutigen besser auf uns selbst aufzupassen. Gerade in unserer heutigen Lebensweise und Ernährung sowie den aktuellen Umweltbedingungen sind wir leider einer Menge Säuren und Schadstoffe auseinandergesetzt, die wir allerdings mit dem richtigen Wissen gut kompensieren können ;-)

Josie loves: Was dürfen die Leserinnen und Leser von deinem Buch erwarten?

Carolin Kotke: In meinem Buch geht es nicht nur um die basische Ernährung. Es ist ein ganzheitlicher Ernährungsratgeber für jeden, der sich näher mit seiner Ernährung beschäftigen und sich und seinem Körper etwas Gutes tun möchte. Es geht darum Ernährung wieder neu zu denken. So gibt es in meinem Buch nicht nur Rezepte, die zeigen, WIE einfach eine gesunde und ausgewogene Ernährung umsetzbar ist, sondern ich kläre im ersten Part des Buchs auch auf, WARUM unsere Ernährung so wichtig ist, wie unser Körper eigentlich funktioniert, wie wir ihn aktiv unterstützen können und wie sich meine persönliche Säure-Basen-Formel zusammensetzt. Abgerundet wird das ganze mit persönlichen Erfahrungen und jeweiligen Tipps.

„Jemand muss aufstehen und sagen, dass die Lösung keine weitere Pille ist. Die Lösung ist Brokkoli.“, Carolin Kotke (Bild: Georg Verhasselt)

Josie loves: Wie schaffe ich den Einstieg in eine basische Ernährung?

Carolin Kotke: Die Motivation überhaupt schon einmal etwas ändern zu wollen oder sich näher mit seiner Ernährung zu beschäftigen, ist bereits der erste Schritt. Mir ist es wichtig, dass man Spaß an seiner Ernährung hat und sich keine Dinge verbieten muss. Daher geht es für mich in der basischen Ernährung viel um das Finden gesünderer Alternativen und nicht um den Verzicht. Ein guter Einstieg ist z.B. mehr Obst und Gemüse in seinen Alltag zu integrieren. Seitens der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) werden z.B. 5 Portionen Obst und Gemüse täglich empfohlen. Wenn du es schaffst, dass deine Mahlzeit zu Großteilen aus Obst- und/oder Gemüse besteht, hast du den ersten Schritt auf jeden Fall schon einmal geschafft.

Josie loves: Wenn du einen für dich typischen “das esse ich in 24 Stunden“-Tag beschreiben müsstest, wie sähe dieser aus?

Carolin Kotke: Ich starte meinen Tag meist immer mit einem reichhaltigen Porridge, mittags gibt es eine bunte Bowl ganz unter dem Motto „eat the rainbow“ mit reichlich Obst und Gemüse. Abends koche ich dann z.B. mein Lieblingsgemüse Brokkoli zusammen mit Kartoffeln und Lachs. Als Snack für zwischendurch gibt es bei mir meist ein paar Nüsse zum Knabbern.

Apfel-Karotten-Porridge – eines von 50 leckeren Rezepten aus „Eat well, feel better“

Josie loves: Im Buch schreibst du über das 80:20-Prinzip. Wieso sollten wir uns nach dem 80:20 Prinzip ernähren und nicht einfach zu 100% basisch?

Carolin Kotke: Der Körper benötigt um funktionieren zu können Säuren und Basen. Eine rein basische Ernährung für 1-2 Wochen (=Basenfasten) kann Sinn machen, um den Körper zu entlasten und zu entschlacken und ihn von überschüssigen Säuren zu befreien. Dauerhaft ist dieser Zustand aber nicht erstrebenswert, da dieser das Gleichgewicht unseres Körpers durcheinander bringen kann. Zudem können mit einer dauerhaft rein basischen Ernährung nicht alle notwendigen Nährstoffe zu sich genommen werden und der Körper gerät schnell in eine Mangelernährung. Proteine, Vitamin B12 und Calcium können dem Körper beispielsweise fehlen, die der Körper zur Aufrechterhaltung all seiner Funktionen benötigt.

Aus diesem Grund geht es in meiner neuen Säure-Basen-Formel auch viel um den Aspekt einer nährstoffoptimierten und basischen Ernährung. D.h. eine basenüberschüssige Ernährung + Gewährleistung, dass alle wichtigen Nährstoffe über die Nahrung zu sich genommen werden. Genau das ist nämlich für mich der Schlüssel zu mehr Gesundheit und Wohlbefinden :)

Josie loves: Hast du einen Geheimtipp für die Säure-Basen-Balance im oftmals stressigen Alltag?

Carolin Kotke: Für mich besteht die Säure-Basen-Balance aus den 5 verschiedenen Elementen Ernährung, Wasser, Atmung, Bewegung und mentales Entschlacken. Deshalb ist mein Tipp neben einer bewussten Ernährung immer über den Tag verteilt ausreichend zu trinken (mind. 2 Liter), sich ausreichend zu bewegen (z.B. zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Arbeit) und zwischendurch auch mal tief ein- und auszuatmen, denn auch auf ausreichend Sauerstoff ist unser Säure-Basen-Haushalt angewiesen ;-)

Josie loves: Last but not least (und auch aus Eigeninteresse sehr wichtig ;-)): Was kann ich tun, wenn der intensive “ich brauche Zucker”-Jieper kommt?

Carolin Kotke: Es geht überall um die richtige Balance. Natürlich kann man auch einmal naschen und sollte sich nichts verbieten. Gerade mit Obst kann man seinen Jieper nach Süßem relativ einfach befriedigen. Ich nasche aber z.B. auch gern Schokolade und schaffe es trotzdem gänzlich auf Industriezucker zu verzichten. Denn mittlerweile gibt es so viele leckere und gesunde Alternativen. Ich persönlich wähle z.B. sehr gern Schokolade, die mit Datteln oder Kokosblütenzucker gesüßt ist. Ansonsten lautet die Devise: Einfach selbst machen! In meinem Buch gibt es z.B. einige leckere Snack- und Kuchenrezepte, die nicht nur komplett zucker-, sondern auch glutenfrei sind :)

Josie loves: Vielen Dank für das tolle Interview und den interessanten Input, liebe Caro!

„Eat well, feel better: Die neue Säure-Basen-Formel“ findet ihr sowohl als gebundenes Buch in als auch in der digitalen E-Book-Version überall da, wo es Bücher gibt – unter anderem hier bei Amazon. Mehr von Carolin Kotke könnt ihr auf ihrem Blog lesen, und hier habe ich euch ihren Instagram Account verlinkt.

Bild: Georg Verhasselt

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