Ein Thema, zu dem ich in den letzten Wochen bereits zahlreiche Nachrichten bekam: eine Flug-Reise mit Hund in der Kabine. Und heute möchte ich mich hier auf dem Blog ausführlich unserer Erfahrung mit Fietes Reise in der Flugzeug-Kabine widmen – und natürlich viele persönliche Tipps mit euch teilen.
Für Chris und mich war super wichtig, dass unser Hund auch mal mit uns in der Kabine mitreisen kann. Natürlich werden wir Fiete nicht ständig in ein Flugzeug setzen, aber wir wollen die Option haben. Und es kam für uns niemals in Frage, dass er im Frachtraum mitreisen würde. Anfang Januar war es soweit und Fiete flog mit uns zusammen ein allererstes Mal nach Mallorca. Offen gesprochen war ich ja schon ziemlich nervös im Vorfeld. Und ja, es gab durchaus das ein oder andere Learning. Zum Teil schon deutlich bevor wir den Flug antraten.
Deshalb möchte ich heute alle wichtigen Infos zusammenfassen, persönliche Learnings weitergeben und unsere Tipps mit euch teilen.
Tipps und Infos für den Flug mit einem Hund in der Kabine
1. Ganz wichtig: In der Kabine dürfen nur sehr wenige Hunde bzw. Tiere mitreisen (in unserem Fall die Strecke „München – Palma“ mit der Lufthansa. Hier waren es zwei Tiere in der Economy und eines in der Business Class). Die Hunde müssen vorher telefonisch angemeldet werden. Das erwies sich bei uns als Problem, da die Lufthansa Hotline hoffnungslos überlastet war und wir mehrmals stundenlang in der Warteschleife hingen, bevor wir aus der Leitung flogen. Als wir nach zwei Wochen endlich durchkamen, gab man uns die Info, dass die Hunde-Plätze auf beiden Flügen bereits voll seien.
Das Ende vom Lied: wir mussten sowohl Hin- als auch Rückflug umbuchen. Ein wichtiges Learning für das nächste Mal: die Flüge direkt telefonisch für Passagiere + Hund buchen. Das war bei uns aus oben genanntem Grund nicht möglich, aber die Situation wird ja auch mal wieder eine andere sein.
2. Die Dokumente: Vor dem Flug muss ein Dokument mit Infos zum Tier in zweifacher Ausführung ausgefüllt und unterschrieben werden. Es wurde bei uns beide Male nicht kontrolliert, aber „Safety First“.
Außerdem solltet ihr bei einer Flugreise auf jeden Fall den Heimtierausweis mit der Info über die Impfungen, Chip + Anschrift des Hundes mitführen.
3. Vorab unbedingt auch über die Einreisebestimmungen für Tiere des jeweiligen Ziel-Landes informieren, damit es bei der Landung keine böse Überraschung gibt.
4. Entscheidend ob ein Hund in der Kabine mitreisen darf ist das Gewicht des Tieres. Bei fast allen Airlines sind dies acht Kilogramm – inklusive Transporttasche.
5. Und da wären wir direkt bei der richtigen Transporttasche. Sie sollte möglichst leicht sein und darf bestimmte Maße nicht überschreiten. Hier solltet ihr euch vorab immer bei der jeweiligen Airline informieren – die Maße können minimal variieren.
Die maximal erlaubten Maße bei der Lufthansa sind 55 x 40 x 23 cm. Wir wählten übrigens dieses Taschen-Modell und sind damit sehr zufrieden. An die Transporttasche sollte der Hund unbedingt bereits vorab gewöhnt werden. Wir haben Fiete in den Tagen vor dem Flug in der Box immer mit Leckerlis gefüttert, sodass er die Tasche mit etwas Positivem verknüpft hat.
6. Die Kosten: Man zahlt für einen Hund in der Kabine pro Strecke. Bei dem konkreten Betrag kommt es natürlich auf die jeweilige Airline und auch die Länge der Strecke an. Wir zahlten 60 Euro pro Flugstrecke. Der Betrag wird beim Check-In-Prozess am Flughafenschalter entrichtet.
7. Vor dem Flug sollte man sich auf jeden Fall ausreichend Zeit nehmen und den Flughafen nicht Last Minute erreichen. Der Stress des Menschen überträgt sich immer auch auf das Tier – und das ist in dieser Situation natürlich ausgesprochen kontraproduktiv. Ideal ist es, den Hund vorher bei einem längeren Spaziergang auszupowern, sodass er beim Flug eh in einer gemütlich, entspannten Stimmung ist. In vielen Flughäfen (beispielsweise auch in Palma) gibt es übrigens separate Bereiche im Flughafen, in denen der Hund noch einmal ein Geschäft verrichten kann.
8. Auch wichtig: Die Transporttasche muss während des gesamten Fluges auf dem Boden stehen. Man darf sie weder auf den Schoß nehmen, noch auf den Sitz, falls es einen freien Platz in der Reihe gibt.
9. Für uns die größte Challenge der Flug-Reise mit Hund in der Kabine: Während des Fluges darf er auf auf keinen Fall seine Transporttasche verlassen. Nicht einmal den Kopf herausstrecken. Am besten man ignoriert den Hund komplett, sobald die Tasche an ihrem Platz steht, sodass er zur Ruhe kommen kann. Fiete ist dadurch glücklicherweise bei beiden Flügen sehr schnell eingeschlafen.
10. Während des Landeanflugs spürt man den Druck in den Ohren. Das ist nicht nur bei Menschen so. Nachdem Fiete vorher die ganze Zeit friedlich geschlafen hat, begann er in der letzten viertel Stunde zu quengeln. In diesem Fall haben bei uns seine Lieblingsleckeris geholfen, die er nur zum Training oder bei „besonderen“ Anlässen bekommt. Eine gute Alternative ist sicherlich ein Kauknochen.
Noch ein paar persönliche Gedanken: Alles in allem war die Reise in der Kabine für Fiete nicht sonderlich stressig. Da gibt es einige Stadt-Alltagssituationen, die ich als deutlich stressiger bezeichnen würde. Fiete war direkt nach der Landung putzmunter und fit wie eh und je. Dennoch wollen wir auf keinen Fall „ständig“ mit ihm fliegen, was sich aber eh dadurch erledigt, dass wir mittlerweile selbst nicht mehr so viel fliegen und häufiger mit dem Auto verreisen. Und bei einem Kurztrip mit Flug würden wir ihn vermutlich auch eher nicht mitnehmen.
Aber es ist sehr schön zu wissen, dass er uns problemlos begleiten kann, wenn wir innerhalb Europas fliegen, um dann mehrere Wochen an einem Ort zu bleiben. Und ich träume ja immer noch davon, mit dem Auto mal für ein paar Monate quer durch die USA zu reisen. Das haben wir während unserer Weltreise nicht geschafft. Und mit Fiete wäre das sicherlich noch schöner. Unser Flug-Stopp: New York City. Aber das ist Zukunftsmusik im Sinne von „irgendwann in ein paar Jahren“. Vorher üben wir die Sache mit dem Fliegen noch ein bisschen …
Ihr habt noch weitere Fragen? Stellt sie gerne in den Kommentaren!
PS: Ich freue mich natürlich sehr auch über eure Tipps, wenn ihr bereits Erfahrung mit einem Flug mit Hund in der Kabine gesammelt habt.