Fiete ist vor fünf Jahren in unser Leben gekommen, unsere Entscheidung für einen Hund zog sich vorher vermutlich ebenso lang. Chris und ich sind bekanntlich sehr viel unterwegs und haben keinen klassisch geregelten Alltag. Deshalb wollten wir uns zu 100% sicher sein, einem Hund das bestmögliche Leben bieten zu können.
Wir stellten uns vorab sehr viele Fragen und klärten zahlreiche Eventualitäten. Dabei sind wir auch auf diverse Checklisten gestoßen, welche Punkte man beachten sollte, bevor man einen Hund bei sich aufnimmt. Vieles davon war tatsächlich sehr relevant, anderes eher weniger.
Heute möchten wir unsere eigene Checkliste erstellen und hoffen, dass wir damit die eine oder den einen von euch bei der Entscheidung unterstützen können.
Checkliste: Zehn Punkte, die man bedenken sollte, bevor man einen Hund bei sich aufnimmt
1. Eine wichtige Frage, die man sich im Voraus stellen sollte: Passt meine Wohnsituation zu einem Hund? Natürlich ist das immer super individuell, aber ein großer, sehr aktiver Hund und eine kleine Wohnung ohne Garten sind sicherlich nicht die ideale Kombination.
Wenn man zur Miete wohnt, sollte man sich unbedingt im Vorfeld eine schriftliche Genehmigung für die Hundehaltung vom Vermieter geben lassen. Man sollte sich außerdem bewusst sein, dass sich die Wohnungssuche bei einem Umzug mit Hund schwieriger gestalten wird.
2. Einen Hund zu haben bedeutet auch, dass man im Alltag viel Zeit für den Vierbeiner einplanen sollte. Je nach Rasse und Bewegungsdrang sind das mehrere Stunden für Spaziergänge – und zwar an jedem einzelnen Tag. Ein Homeoffice mit flexiblen Arbeitszeiten ist natürlich der Jackpot. Wer täglich zehn Stunden im Büro verbringt, sollte vorab auf jeden Fall klären, ob der Hund mit ins Büro kommen darf.
3. Und da wären wir auch direkt bei der nächsten Frage: Wer kümmert sich um meinen Hund, wenn ich einmal keine Zeit habe? Urlaub, berufliche Termine oder ein ungeplanter Krankenhausaufenthalt – verschiedene Situationen, mit denen man sich unbedingt vorab befassen sollte. Aus eigener Erfahrung können wir sagen, dass es nicht schadet, auch einen Plan B zu haben – und einen Plan C und D ebenfalls.
4. Ein Hund kostet Geld. Im Ernstfall können das neben Futter, Pflege, Impfungen und Co auch einmal unerwartet viele tausend Euro für eine Operation sein. Ja, es gibt Versicherungen, aber nicht jede übernimmt alles. Und solch eine Hundekrankenversicherung kostet natürlich auch Geld. Und es geht wirklich sehr schnell (auch hier sprechen wir aus eigener Erfahrung), dass man trotz Versicherung 1.000 Euro beim Tierarzt lassen muss.
Bin ich bereit für einen Hund?
5. Nicht zu unterschätzen: Man übernimmt Verantwortung für ein Lebewesen. Ein Hund bringt unglaublich viel Freude ins Leben, aber auch viel Verantwortung. Und diese Verantwortung hat man (je nach Größe und Rasse) bis zu 18 Jahre. Natürlich ist das Leben vorab nie zu 100% planbar, aber man sollte sich vorab ausreichend Gedanken machen, ob ein Hund langfristig in die persönliche Lebensplanung passt.
6. Mit einem Hund muss man immer raus. Jeden Tag mehrmals. Auch wenn es in Strömen regnet. Und ja, so ein deutscher Winter ist lang, oftmals nass und kalt. Das sollte man nicht unterschätzen.

7. Hunde brauchen eine konsequente Erziehung. Und dieser Aspekt kann die eigene Geduld schon einmal sehr herausfordern. Insbesondere während der Pubertät.
8. Die Wohnung mit Hund wird nie wieder zu 100 % so sauber sein wie vorher – ganz besonders in den ersten Monaten, wenn er noch nicht stubenrein ist. So groß die Hundeliebe auch ist, manchmal ist das eine echte Herausforderung. Dessen sollte man sich vorher bewusst sein.
9. Jeder Hund ist super individuell. Und ganz wichtig zu wissen: Nicht jeder Hund versteht sich automatisch mit jedem anderen Hund.
10. Okay, und jetzt noch ein Punkt, der für schüchterne Menschen wie mich manchmal eine Herausforderung ist und für andere wiederum das Schönste: Man hat plötzlich viel mehr Kontakt mit fremden Menschen. Smalltalk gehört zum „Daily Business“ einer Hundebesitzerin.
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