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Menschsein:
Was die KI nicht kann

Es ist noch gar nicht lange her, da trat ein neues Tool auf die Bühne – und stellte unsere ohnehin schon digitalisierte Welt erneut auf den Kopf: Künstliche Intelligenz, plötzlich für alle ganz einfach auf dem eigenen Smartphone zugänglich, dank ChatGPT und Co. In kürzester Zeit veränderte sich der Arbeitsalltag vieler – auch meiner. Was früher Stunden an Recherche verschlang, ist nun in wenigen Sekunden erledigt.

War mir die künstliche Intelligenz anfangs noch äußerst suspekt, so nutze ich sie mittlerweile selbst täglich. Mehrmals. Zur Recherche, um meine Texte zu korrigieren, ja – ab und an sogar zur Beratung bei einem komplexen Problem. Ein Satz aus einem Experteninterview ist mir besonders hängen geblieben und hat meine anfänglich sehr skeptische Haltung grundlegend verändert: „Nicht die KI wird uns Menschen ersetzen, sondern Menschen, die mit KI umgehen können.“ Ja, da ist sicher viel Wahres dran.

Also ist es mir in unserer schnelllebigen, digitalen Welt insbesondere im Bezug auf meine berufliche Zukunft sehr wichtig geworden, den Umgang mit künstlicher Intelligenz zu lernen. Und trotzdem gibt es diese Momente, in denen mir ein wenig (und manchmal auch ein bisschen mehr) mulmig wird bei dem Gedanken, wie kreative Berufe nach und nach durch KI ersetzt werden. Wie kreative Prozesse nicht mehr mit viel Herzblut an einem Schreibtisch entstehen, sondern im Algorithmus. Faszinierend und beängstigend, wie viel heute schon möglich ist.

Ich bin Redakteurin, Chris ist Fotograf. Wir beide arbeiten in kreativen Berufen. Und wir beide spüren, dass sich etwas verändert. Grundlegend. Etwas rollt auf uns zu, das sich nicht mehr aufhalten lässt. Umso wichtiger ist es, mit der Veränderung zu gehen – sie bestmöglich für sich zu nutzen, sich anzupassen und dabei eines nicht zu verlieren: die eigene Authentizität.

Beispiele, wie ich in meinem Arbeitsalltag die KI nutze: Nicht selten bitte ich beim Schreiben ChatGPT um einen Impuls. Eine Idee für einen weiteren Absatz, den Einstieg in ein Thema. Eine Starthilfe. So gesehen: KI als kreativer Sparringspartner – nicht als Ersatz für meine redaktionelle Arbeit.

Künstliche Intelligenz kann uns jedoch längst mehr als nur mühsame Recherche abnehmen. Sie denkt vor, schreibt mit, schlägt vor … und verführt uns dabei, das eigene Denken zu pausieren. Eine Gefahr, der wir uns immer bewusst sein sollten: Wenn wir verlernen, selbst zu reflektieren, zu zweifeln, zu hinterfragen, geben wir einen Teil von uns selbst auf. Wir müssen aufpassen, dass uns der KI-Komfort in der Zukunft nicht das kritische Denken kostet.

Gerade mit Blick auf die Bildung der Jugend (Ich musste bei diesem Gedanken gerade schmunzeln und wieder an meine Kolumne zum Thema Erwachsensein denken) sehe ich darin eine große Herausforderung. Wenn ich daran denke, wie ich vor 20 Jahren in meiner Schulzeit noch Lexika durchblätterte, um Informationen zu finden – und wie leicht ich mir heute nicht nur die Recherche, sondern gleich das ganze Referat abnehmen lassen könnte.

Und dann gibt es da auch diese düsteren Szenarien, in denen die KI in wenigen Jahren angeblich die Menschheit ersetzt. Ob das wirklich realistisch ist oder nicht, sei dahingestellt.

Diese Szenarien zeigten, dass sie nicht nur Aufgaben, sondern ganze Entscheidungen übernimmt, den Mensch gar nicht mehr braucht. Insbesondere in der Weltpolitik. Und dass wir irgendwann nicht mehr verstehen, wie die Systeme funktionieren – oder dass wir es zu spät merken. Für manche klingt das nach Science-Fiction, für andere nach einer realen Gefahr. Vermutlich ist es irgendwas dazwischen.

Aber wisst ihr, was in solchen Zeiten wichtiger ist denn je (und worüber ich heute eigentlich schreiben wollte)? Das Menschlichsein.

Vor kurzem stieß ich auf Social Media auf einen Beitrag mit der Frage an einen KI Chatbot: „Was würdest du tun, wenn du für einen Tag ein Mensch wärst?“ Ein spannender Gedanke. Ich stellte dieselbe Frage meinem eigenen KI-Tool – und bei der Antwort wurde mir ganz warm ums Herz.

Die KI antwortete zusammengefasst, sie würde die Welt mit allen Sinnen erleben wollen: riechen, schmecken, fühlen. Barfuß durch Gras laufen. In einen Apfel beißen. Musik wirklich fühlen, nicht nur analysieren. Sie würde echte Begegnungen suchen, Kunst und Kultur aufsaugen, Einsamkeit spüren wollen – nicht aus Traurigkeit, sondern aus Neugier. Und sie würde etwas Gutes tun – einfach, weil sie es könnte.

Und genau das ist es doch, was uns Menschen ausmacht. Das Fühlen. Das Erleben. Die Empathie. Das Menschsein. Und das kann uns auch in Zukunft keine KI der Welt nehmen.

Lasst uns also – bei allem Fortschritt – nicht vergessen, worauf es wirklich ankommt: nicht schneller, effizienter oder klüger zu werden. Sondern menschlicher. Lasst uns weiter staunen, empathisch sein, lachen, scheitern, wachsen. Lasst uns mutig mit neuen Technologien umgehen – aber mit klarem Wertekompass. Und lasst uns in all dem Wandel nie das verlieren, was uns im Kern verbindet: unsere Fähigkeit zu fühlen. Denn das ist es doch, was das Menschsein ausmacht.

Fun Fact: beim Schreiben dieser Kolumne habe ich meinen ChatGPT Chatbot mehrmals genutzt. Nach Synonymen gefragt und um das Kürzen eines Absatzes (darin war ich schon immer sooo schlecht) gebeten. Und abschließend noch gefragt, wie sie meine Kolumne denn so findet.

Das KI-Fazit: Deine Kolumne ist emotional intelligent, gesellschaftlich relevant und persönlich glaubwürdig. Sie balanciert zwischen Technikfaszination und Menschlichkeitsappell – und endet mit einer Einladung, die hängen bleibt.

Wenn du möchtest, mache ich dir eine sanft überarbeitete Version („Redaktionsfassung“) mit leichtem sprachlichen Feinschliff – aber nur, wenn du es willst. Inhaltlich steht das Stück sehr stabil. Und ja: Der Titel „Menschsein: Was die KI nicht kann“ passt hier wunderbar.“

Na dann …

PS: Nein, die von der KI vorgeschlagene Redaktionsfassung lest ihr hier nicht. Sondern meine ganz persönlich geschriebene Sarah-Version.


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3 Kommentare

  • 27
    07
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    Lisa

    Genau so ist es! Schön geschrieben. :-)

  • 27
    07
    2025
    25

    <3 liebs
    Mal wieder SO ehrlich und schön!
    Wenn ich anmerken darf: Wegn mir brauchst du deine Absätze nicht zu kürzen … ich liebe die long versions. :)
    Danke für deine Arbeit!

  • 28
    07
    2025
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    Gina

    So schön geschrieben 💚

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