Mein Tinnitus und ich

16.10.2016

Es ist genau fünf Jahre her, dass sich mein Leben veränderte. Und ehrlich gesagt hätte ich niemals gedacht, dass ich einmal darüber schreiben würde. Aber ja, ich habe mich dafür entschieden, meine Geschichte mit euch zu teilen. Wer Josie loves schon lange verfolgt, kann sich sicherlich an den gesundheitsbedingten Abbruch meines Outfitprojekts im Jahre 2011 erinnern. Ich habe damals nie geschrieben, was eigentlich passiert ist. Ich war hoffnungslos überarbeitet, habe trotz starker Erkältung Vollgas gegeben, bin mit Fieber durch die Gegend geflogen, habe an meinem Outfitprojekt festgehalten, anstatt mich ins Bett zu legen. Irgendwann hatte ich dann zwischen Bronchitis und Nebenhöhlenentzündung einen Hörsturz und habe diesen aufgrund all der anderen Symptome zuerst nicht wirklich erkannt. Eine Woche später folgte der gesundheitliche Total-Zusammenbruch. Der Hörsturz ging als eines von vielen Problemen unter, und als ich Wochen später diesbezüglich einen Facharzt aufsuchte, war ich mit der Therapie viel zu spät dran. Die Folge: Ich habe einen sehr stark ausgeprägten, chronischen Tinnitus. Das nervige Ohrensausen, das jeder von einem Konzertbesuch kennt, begleitet mich dauerhaft in einer sehr intensiven Form. 24/7 seit fünf Jahren. Und ich bereue so sehr, wie leichtsinnig – ja schlicht und einfach dumm – ich damals mit meiner Gesundheit umgegangen bin.

Ich habe in den letzten Jahren alle möglichen gängigen Therapien ausprobiert. Medikamente, Infusionen, Akupunktur, Musik. Geholfen hat nichts. Stattdessen wurde der Tinnitus intensiver. Meine große Hoffnung war unsere Weltreise. Ich war mir ganz sicher, ohne meinen ungeliebten Begleiter zurückzukehren. Leider ohne Erfolg.

Mein Tinnitus und ich

Seit einem halben Jahr nun trage ich zwei kleine Apparate im Ohr, sogenannte Noiser. Sie sehen aus wie klassische Hörgeräte und spielen mir regelmäßig einen Ton ein, der meinen Kopf von den inneren Geräuschen ablenken soll.

Auf Blogfotos habe ich sie bis jetzt nicht getragen, und auch bei beruflichen Terminen lasse ich sie oft zuhause. Denn ja, es ist mir peinlich, mit 30 Jahren eine Art Hörgerät zu tragen. Gefühlt starrt mir jeder auf die Ohren, obwohl die feinen Schläuche im Ohr kaum sichtbar sind und ich die Geräte unter meinem Haar verstecken kann.

Es ist mir unangenehm, wenn ich mich in einer Gruppe unterhalte und Probleme damit habe, verschiedene Geräusche zu differenzieren. Das ist eine der Begleiterscheinungen. Es ist kein sichtbares Leiden, kein offensichtlicher Schmerz und dennoch etwas, das mich unglaublich beeinträchtigt und mein Leben bestimmt.

Ich kann die hoffnungsvollen und nur lieb gemeinten Fragen „Was machen deine Ohren? Geht es ihnen besser?“ von meinen Freunden und der Familie nicht mehr hören. Am liebsten würde ich antworten: „Glaubt mir, falls der Tinnitus irgendwann einmal verstummen sollte, werdet ihr davon erfahren. Dann lade ich euch zur Party meines Lebens ein!“

Es gibt gute Tage und es gibt weniger gute Tage. An manchen Tagen kann ich fast über die Geräusche hinweghören. Besonders wohl fühle ich mich, wenn ich Zeit am Meer verbringen darf. Das Wellenrauschen macht die Geräusche erträglicher.  An anderen Tagen nimmt mich das Pfeifen und Rauschen im Kopf ein. Ich kann mich tagsüber nicht konzentrieren, will nicht schlafen gehen da ich weiß, dass ich wach liegen werde. Ich ertrage Stille nicht und Musik kann mir nicht laut genug sein.

Und genau an diesen Tagen verstehe ich die Frage nach Selbstmordgedanken, die mir im Rahmen einer Therapie gestellt wurde. Ich bin damals zutiefst erschrocken. Vorerst. Denn ganz ehrlich? Ich bin sehr dankbar dafür, ein sehr glückliches und erfülltes Leben zu führen. Ich habe einen wundervollen Partner gefunden, mit dem ich alt werden möchte, habe die besten Eltern, die man sich vorstellen kann, Freunde, die immer für mich da sind und einen Job, der mich erfüllt. Hätte ich dieses stabile Umfeld nicht? Ja, ich kann mir gut vorstellen, dass man sich in die Krankheit hineinfallen lässt und das Schöne im Leben nicht mehr wahrnehmen kann.

Ich schreibe hier fast immer nur über die schönen Dinge und bekomme oft vorgeschwärmt, wie perfekt mein Leben doch sei. Nein, das ist es nicht. Kein Leben ist perfekt, jeder hat sein Päckchen zu tragen. Ich möchte euch von ganzem Herzen raten: Hört auf euren Körper und lasst ihn zur Ruhe kommen. Lasst es nicht zu, dass der Stress euch auffrisst. Gönnt euch Ruhephasen, schaltet das Handy aus und besinnt euch so oft es geht auf das Wesentliche. Die Gesundheit ist das Wichtigste und höchste Gut, das ihr besitzt. Spielt nicht mit ihr! Und wenn euch irgendwann einmal das Gehör weg bricht: Bitte geht umgehend zum Arzt. Ein Hörsturz ist sehr gut therapierbar, wenn er gleich behandelt wird.

Kommentare

16. Oktober 2016 von Sabine

Mein Kompliment, dass du so offen damit umgehst. Ich bin eine regelmäßige Leserin, kommentiere aber nicht häufig. Jetzt ist aber der Zeitpunkt, da ich doch einmal ansprechen möchte, wie sehr ich deine Authentizität schätze, die im Modezirkus allzu oft verloren geht.
Ich wünsche dir, dass der Tinnitus doch irgendwann einmal abklingt.

16. Oktober 2016 von Anna

Ich finde es sehr gut, dass du so offen mit deinem Problem umgehst und ich weiß wie unsagbar nervig so ein Tinnitus sein kann. Ich hatte stressbedingt vor einigen Jahren auch einen, der Gott sei dank nach etwas über 10 Tagen verschwunden hat. Ich war so unglaublich erleichtert. Ich wusste nämlich von jemandem aus der Familie, der schon seit über 20 Jahren einen hat wie schlimm das sein kann.
Aber ich glaube, so wie du darüber schreibst, dass du einen guten Weg gefunden hast damit zu leben. Und gerade, dass du darüber schreibst zeigt ja auch, wie weit du in der Krankheitsverarbeitung gekommen bist.
Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft und weniger Stress 😊

16. Oktober 2016 von CHRISTINA KEY

Wirklich lobenswert dass Du so offen damit umgehst! Du hilfst sicherlich
vielen anderen mit diesem Beitrag, die auch an Tinnitus leiden.

Hut ab! 🙂

XX,

http://www.ChristinaKey.com

16. Oktober 2016 von PokSa

So nicht offensichtliche „Probleme“ werden oft als nichts abgetan und man vergisst sie als Nicht-Betroffener auch gerne. Aber das man selbst solche Problem gerne verschweigt kann ich nur zu gut verstehen. Ich finde es toll, dass Du offen darüber sprichst und anderen zeigst, dass man trotzalledem ein schönes Leben haben kann. Und man hinweist das man nicht immer danach fragen muss.
Ich wünsch Dir viel Kraft für die Zukunft und hoffe, dass es irgendwann mal die Möglichkeit hat dies zu lindern …

16. Oktober 2016 von Patricia

Ich hatte gerade Tränen in den Augen als ich das gelesen habe. Tausend Dank dass du das mit uns teilst. Ich arbeite momentan auch sehr viel und gönne mir zu wenig Ruhe. Ich werde nun immer an dich denken, wenn ich mich übernehme.

16. Oktober 2016 von Anna

Sehr wahr wie du sagst, jeder hat sein Päckchen. Ich wünsch Dir alles erdenklich Gute!

16. Oktober 2016 von Masha

ohje Sarah, das zu hören tut mir wirklich Leid!

Dein Beitrag ist wirklich sehr mutig und sicherlich für viele, auch für mich, eine Art Weckruf auch mal kürzer zu treten! Ich gehe auch oft nicht zum Arzt, weil er schlichtweg nicht in meinen Kalender reinpasst, aber die Gesundheit ist das höchste Gut, das wir haben!

Ganz viel Liebe an dieser Stelle!

16. Oktober 2016 von Karen

Ich habe auch seit 3 Jahren einen Tinnitus auf dem rechten Ohr. Er ist manchmal leiser und an anderen Tagen richtig laut. Ich konnte auch oft nicht schlafen im ersten Jahr…

Klappt das denn mit den Noisern?
Ich würde sie an deiner Stelle dann immer tragen, auch im Job. Schließlich sagst du selbst, die Gesundheit geht vor. Ich muss auch eine Zahnschiene 24/7 tragen. Am Anfang habe ich mich so geschämt… inzwischen trage ich sie einfach und viele Leute merken jahrelang nichts davon bis ich mal davon erzähle, dabei ist es für mich total offensichtlich und ich denke immer, jeder würde es sehen.

Ich wünsche dir viel Kraft und Durchhaltevermögen bei deinem Tinnitus. Zum Glück hast du einen lieben Mann, deine Familie und Freunde, die dich an das erinnern, was wirklich wichtig ist im Leben.

Alles Gute!

16. Oktober 2016 von Sabine

Oh, Sarah, ich erinnere mich noch ganz genau daran, hätte aber niemals mit so etwas „krassen“, dauerhaften gerechnet. Danke, dass du so ehrlich zu uns bist und darüber schreibst!! Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll… Bin völlig sprachlos gerade und finde das erste Mal nicht die passenden Worte.. Ich wünsche dir und all den Menschen da draußen, die das auch haben, eine neue Therapieform, die hilft, viel Kraft, das auszuhalten und Stärke, trotzdem immer weiter zu gehen. Danke, für deine Worte. Da wird einem echt nochmal bewusst, dass man Zeichen des Körpers nicht mehr ignorieren sollte… Uff. 🙁 Ich drück dich lieb.

16. Oktober 2016 von Nadine

Liebe Sarah,

ich finde es toll, dass du diesen Beitrag veröffentlicht hast. Und auf keinen Fall solltest du wegen dieser Noiser schämen! Ich glaube, dass du vielen Menschen Mut mit diesem Beitrag machst, denen es ähnlich geht. Ich empfinde deinen Blog durch diesen Post als ein wenig runder, echter, (nicht falsch verstehen, ich habe ihn auch vorher schon als echt empfunden, aber so noch ein wenig mehr) da du durch diesen Beitrag zeigst, dass nicht immer alles so perfekt ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Ich wünsche dir von Herzen, dass die Ohrgeräusche sich vermindern lassen und irgendwann ganz verschwinden.
Liebe Grüsse
Nadine

16. Oktober 2016 von Ari

Liebe Sarah,

dein Artikel hat mich gerade so sehr mitgenommen, dass ich mich einfach zu Wort melden muss. Du hast so Recht damit, was du schreibst: Wir leben in einer Zeit, in der wir einfach funktionieren müssen. Die anderen schaffen es ja auch, alles unter einen Hut zu bekommen. So denke ich zumindest oft. Dann ertappe ich mich dabei, wie ich neben Kind, Familie, Job und Blog meine Gesundheit ganz schön vernachlässige. Erst letztens war ich berufsbedingt unterwegs und das trotz Antibiotika. Danke für deinen Weckruf! Danke, dass du immer so offen und ehrlich bist. Ich wünsche dir vom Herzen alles erdenklich Gute <3

16. Oktober 2016 von Renate

Ich kenne das sehr gut und kann wirklich mit Dir fühlen. Ich habe dieses Pfeifen seit gut 10 Jahren. Ähnliche Vorgeschichte und auch viel zu spät zum Arzt. Es hat nichts geholfen. Wenn es jetzt wieder mal viel wird höre ich das sehr schnell an der Intensität. Es ist so wahr… Gesundheit ist das Wichtigste im Leben. Ich wünsche Dir so viel Kraft und die Wahrnehmung besser auf Dich zu achten. Ganz liebe Grüße Renate

16. Oktober 2016 von Maria

Liebe Sarah, ich fühle mit dir. Leider hatte ich letztes Jahr die selben Probleme zu viel Stress, krank gewesen und mich nicht richtig auskuriert. Jetzt summt auch mein Ohr,ständig. Manchmal geht es gut und ich höre das Geräusch nicht, manchmal liege ich Nächte wach, weil ich nicht einschlafen kann. Ich finde es klasse, dass du hier darüber schreibst und zeigst, dass neben den Bildern nicht alles so perfekt ist.
Liebe Grüße
Maria

16. Oktober 2016 von Nadine von tantedine.de

Ich wünsche dir weiterhin so viel Lebensmut und Kraft – die Medizin ist mittlerweile so weit, dass ich fest daran glaube, dass auch du von dieser Qual befreit wirst. Ich kann absolut mitfühlen – mein Glück war es, dass mein Hörsturz sehr schnell behandelt wurde. Ab und zu muss ich noch mit einem Hörbuch einschlafen aber das ist eher die Ausnahme und nicht die Regel.

Die besten Grüße
Nadine von tantedine.de

16. Oktober 2016 von Hannah

Ach Du Schreck, das tut mir sehr leid für Dich, das ist ein wirklich schweres Päckchen, das Du da zu tragen hast. Als Leser nimmt man Anteil und ist berührt von Deinen Zeilen, ebenfalls Betroffene werden froh sein darüber mal von einem anderen etwas zu hören, für DICH hat das Ganze aber hoffentlich auch positive Nebeneffekte: nämlich, dass Du Dich gestärkt fühlst und Dich nicht mehr schämst in Zukunft Deine Noiser vielleicht auch bei beruflichen Terminen zu tragen. Je öfter man über etwas spricht, dass einem peinlich ist, je offener man damit umgeht, desto eher verliert es seinen Schrecken, desto normaler wird es. Diese Entwicklung wünsche ich Dir. Am allermeisten aber natürlich, dass dieser Mist irgendwann doch wieder aufhört!!! LG Hannah

16. Oktober 2016 von Rebecca

Ich kann mir gut vorstellen, wieviel Überwindung dich das gekostet hat, diesen Beitrag online zu stellen. Ich bin von deiner Stärke total beeindruckt und überwältigt. 🙂 von dir kann man sich wirklich eine Scheibe abschneiden.

Sei weiterhin stark. Ich drücke dir die Daumen und wünsche dir alles erdenklich Gute.

Liebe Grüße aus Köln und hoffentlich bis bald
Rebecca

16. Oktober 2016 von Jules

Liebe Sarah,
was du geschrieben hast, deine Geschichte, deine Ehrlichkeit und Offenheit – all das berührt mich sehr. Ich weiß nicht, ob man dieser Krankheit etwas Positives abgewinnen kann – wenn, dann aber vielleicht das: dass sie dich daran erinnert, dich um dich selbst zu kümmern, achtsam zu bleiben und auf deinen Körper zu hören. Das klingt jetzt krampfhaft optimistisch – aber genau das wünsche ich dir von ganzem Herzen!
Alles Gute und danke, dass du das mit uns teilst.
Jules <3

16. Oktober 2016 von Tine

Oh Mensch Sarah, das zu lesen tut mir so leid!!! Ich hoffe sehr für dich, das du eines morgens aufwachst und das nervige Piepen verschwunden ist!
Ich hatte mal einen Tinitus über mehrere Tage gehabt und war gerade bei meinen Eltern zu Hause und hab es meiner Mutter erzählt. Ich musste so weinen, als ich es ihr sagte, ich hatte Angst, dass der Tinitus bleibt. Sie ist gleich mit mir zum Arzt gefahren. Ich hatte keinen Hörsturz und nach einigen Tagen war er auch weg. Das du so einen negativen Teil deines Lebens mit uns teilst ist sehr mutig! Alles gute dir Sarah! Lieben Gruß, Tine

16. Oktober 2016 von Miss Annie

Liebe Sarah, ich finde es toll, dass du den Mut hattest, dieses Thema anzuschneiden. Es hat dich sicher viel Überwindung gekostet. Der eigene Körper ist wirklich wertvoll und auf bestimmte Signale sollte man unbedingt achten. Ich hatte in letzter Zeit mit stressigen Situationen zu kämpfen und bekam auf einmal Herzrasen. Das hat mir gezeigt, dass es einfach zu viel ist und ich einen Gang runterschalten muss. Ich hoffe, du kommst mit den Hörgeräten in Zukunft immer besser zurecht. Schämen musst du dich sicher nicht dafür, ist doch toll, dass es solche Hilfen gibt. Liebe Grüße, Anika

16. Oktober 2016 von Anni

Liebe Sarah,
das tut mir wahnsinnig leid! Ich wünsche dir viel Kraft!
Die Noiser brauchen dir aber nicht unangenehm sein, denn wie du sagst, jeder hat sein Päckchen zu tragen.
Vielen Dank für deinen Mut ein solches Thema anzusprechen.
Liebe Grüße

16. Oktober 2016 von Jana

Der Text hat mich ganz schön mitgenommen. Ich finde es toll, dass du darüber schreibst und ich kann mir vorstellen wie wahnsinnig einnehmend so etwas sein kann. Mir ist nie bewusst gewesen, dass du Noiser hast. Das ist für einen selbst bestimmt erstmal seltsam, obwohl es vermutlich niemandem auffallen würde.

Ich habe das Gefühl, dass ich seit ich ein Kind bin alles nur noch dumpf höre, als wäre ich in einer Höhle. Manchmal wenn ich im Flugzeug sitze, höre ich für eine kurze Sekunde lang „normal“ und denke mir immer so müssen normale Leute wohl hören. Meine Freunde sind genervt, weil ich sie nie verstehe, sobald irgendwo Hintergrundgeräusche zu hören sind, aber ich bin deswegen einfach nie zum Arzt gegangen, einfach weil ich mich davor drücke. Das ist so dämlich, dass ich mich über mich selbst ärgere… Irgendwie denk ich mir immer, solange ich nicht genau weiß, dass ich etwas habe, habe ich es auch nicht wirklich…

16. Oktober 2016 von Rieke

Hallo liebe Sarah,

toll, dass du über ein solches Thema schreibst, ein ganz großes Kompliment dafür!

Mein Papa hat auch schon seit vielen Jahren einen Tinnitus und ich kann daher sehr gut nachvollziehen, wie es dir geht. Er leidet auch sehr darunter, und ich glaube, es ist nichts, woran man sich wirklich „gewöhnt“.
Ich hoffe trotzdem, dass die Noiser dir ein Stück Besserung bringen und du irgendwann in naher Zukunft vielleicht eine Therapie findest, die dir doch helfen kann!

Ganz liebe Grüße
Rieke

16. Oktober 2016 von Charli

Hallo Sarah,
ich finde es wirklich absolut bewundernswert, dass du so ehrlich über deine Krankheit schreibst.
Es ist für Menschen mit einer chronischen Krankheit immer motivierend zu wissen, dass es auch andere Menschen mit Erkrankungen gibt. Und dass man trotzdem glücklich und erfolgreich sein kann. Ich habe zwar kein Tinnitus, leide aber an einer anderen Erkrankung und suche mir gern positive Lebensbeispiele.
Danke für diesen Beitrag.
LG von Charli

16. Oktober 2016 von Julia

Liebe Sarah,
ich muss den Kopf schütteln, weil ich einfach viel zu oft glaube, dass ich mit meinen Problemen ganz alleine bin, weil kein Mensch darüber spricht.
Auch ich kämpfe seit 5 Jahren mit Tinnitus, der sich immer wieder nach kleinen Hörstürzchen verschlechtert und dann wieder verbessert.
Genau wie bei meiner Fehlgeburt, die ich erst verarbeiten konnte, als ich hörte, wie viele Menschen dasselbe erlebt habe, so tut auch dieser Artikel so gut, weil man sich endlich wieder ein bisschen normaler und verstanden fühlt.
Vielen Dank dafür!
<3

16. Oktober 2016 von Caterina

Liebe Sarah,
ein großes Kompliment, dass du diesen Beitrag verfasst hast und damit gezeigt hast, dass kein Leben perfekt ist, auch wenn es möglicherweise so scheint. Ein Tinnitus ist echt eine üble Sache. Ich hatte mal ein Knalltrauma und war das Geräusch in meinem Ohr zum Glück nach drei Tagen wieder los. Aber man ist eben quasi nie alleine und dass das ziemlich belastend ist, das glaube ich dir sofort.
Ich wünsche dir unheimlich viel Kraft und hoffe dass vielleicht doch eines Tages ein Wunder geschieht und du den Tinnitus los wirst.

LG Caterina
http://caterinasblog.com/

16. Oktober 2016 von Anna

Liebe Sarah, toll, dass Du so ehrlich und mutig über dieses Thema schreibst. Wir haben alle unser Päckchen zu tragen. Ich wünsche Dir, dass Du einen Weg findest, gut damit zu leben und die Hoffnung nicht aufgibst, dass eines Tages ein Therapieweg erfolgreich sein wird. Ich wünsche es Dir. LG

17. Oktober 2016 von Leoni

Wow Sarah! Ein toller Beitrag und ich bin überrascht wieviele unser Schicksal teilen! Man fühlt sich oft als ob niemand nachvollziehen kann wie sich ein Tinitus oder Ohrenprobleme anfühlen oder auf einen einschränken. Vor allem Mensch mit gesunden Ohren. Das schlimmste ist ja dass man selbst sich auch noch genau an die unbeschwerte Zeit davor im gesunden Zustand erinnern kann.
Auch ich hatte einen Hörsturz, oder zumindest glaub das die Ärzte. Leider habe ich trotz schneller ärztlicher Behandlung schwerwiegende Folgen: ich bin komplett taub auf einem Ohr und den Tinitus gabs noch oben drauf. Hörgeräte sind leider keine Option da ich mein Gehör komplett verloren habe auf der einen Seite. Auch ich habe unzählige Ärzte und Therapien ausprobiert. Leider haben mir diese kein Abhilfe geschaffen und mich stattdessen nur verzweifelt und wütend auf den nun wirklich erschreckenden unentwickelten Zustand des medizinischen Fortschritts im HNO Bereich gemacht. Schulmedizin kommt in diesem Bereich rasch an seine Grenzen. Sehr oft versuchen dann Ärzte einen Kommerz aus der Verzweiflung der Patient zu ziehen und sämtliche Privatleistungen anzudrehen. Leider auch die waren unerfolgreich in meinem Fall.
Die Folgen der Taubheit auf soziale Interaktionen ist leider sehr traurig: keine lauten Restaurants, keine Konzerte, kein Tauchen, … in meinem Fall muss ich nämlich nun mein eines gesundes Ohr behüten wie den größten Schatz auf Erden.

Auch für mich war das ein Weckruf mehr auf mich acht zu geben. Das gelingt manchmal besser, ’nachmal jobbedibgt schlechter.

Ich versuche mir auch stehts einzureden, dass ich ja noch Glück hatte: Andere Menschen die auf beiden Ohren nichts hören geht es ja noch viel schlimmer. Oder manchmal versuche ichs mit Humor zu nehmen: wenn jemand Quatsch redet dreh ich mich einfach um und hör ihn nicht mehr 😉

Dass du die Noiser nicht tragen möchtest kann ich verstehen. Wir sind doch noch nicht alt und gebrechlich? Die paar mal die ich beim Hörakustiker ware fand ich schon in Wartezimmer die größte Qual: mit Mitte 20 zwischen Omas und Opas, die zum Batterie wechseln da waren und die mich junges Ding entgeistert angestarrt haben 🙂

Ich wünsch dir auf jeden Fall viel Kraft! Wie du siehst bist du nicht alleine!

17. Oktober 2016 von Michaela

Liebe Sarah,

Danke für deine offenen Worte und von Herzen weiter einen Weg der gut zu gehen ist im Leben. Ich weiß so gut von was du sprichst.

Als ich letztes Jahr den Unfall hatte und nach vier Wochen Koma do langsam wieder ins Leben gekommen bin, habe ich erst garnicht realisiert was da eigentlich nun mit mir passiert ist.

Als starke Persönlichkeit sehen viele außenstehende auch nicht wieviel Kampf und Kraft in jedem Tag stecken der von uns gegangen wird, wenn man mit Einschränkungen leben muss.

Seit letztem Jahr mit dem Verlust meines linken Augenlichtes (musste vieles neu lernen), meines Geruchsinnes und Teile meines Geschmackssinnes hat sich doch aber auch viel verändert. Zudem der tägliche Schmerz am Kopf, das Augenzucken und oft die Kraftlosigkeit.

Dennoch bewältige ich meinen Alltag, versuche aktiv zu sein, weiter an meinem Traum Tentador Accessoires zu arbeiten. Viele Menschen sehen noch die Michi von früher. Weil ich eben auch nicht draußen stehe und sage es geht nicht.

Dennoch müssen wir wohl ab und an ein Nein oder ein jetzt nicht lernen.

Wir haben nur das eine Leben. Schmerzfrei wäre schön, doch das werde ich wohl nicht mehr erleben.

Pass auf dich auf und danke, dass du die Spendenaktion „mach Melli mobil“ mit unterstützt.

http://www.tentador.de

17. Oktober 2016 von sylvia

Danke für so ehrliche Wort! Man glaubt immer alles was man im Internet so liest ist perfekt und toll aber hinter die Kulissen sieht man ja nicht. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, das du mit so etwas zu kämpfen hast.
Ich möchte dir einfach nur das beste wünschen.

Liebe Grüsse
Sylvia
http://www.mirrorarts.at

17. Oktober 2016 von Laura

Liebe Sarah,

vielen Dank für deinen Artikel! Ich finde es so befreiend, dass in den letzten Monaten immer mehr Blogger/innen den Mut aufbringen darüber zu schreiben, dass die Welt eben nicht perfekt ist.

Mein Freund hat ebenfalls seit Jahren einen Tinnitus und auch er hat den Hörsturz damals zu lange ignoriert und war zu spät damit beim Arzt. Ausprobiert hatte er auch alles mögliche, aber letztlich ist er auch bei einem Hörgerät mit Noiser gelandet (bei ihm wurde außerdem festgestellt, dass das betroffene Ohr an Hörleistung verloren hat, also schlägt das Gerät zwei Fliegen mit einer Klappe!).

Anfangs ging es ihm so wie dir: Waaas, mit nichtmal 30 ein Hörgerät? Da werden alle draufstarren!
Und dann ist es, wie so oft im Leben: Man stellt fest, dass die meisten Menschen viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind, um andere wirklich genau anzuschauen. Wie oft fragt man sich „Sehe ich in dem Outfit wirklich nicht zu dick/dünn/groß/klein/kariert aus?“ und hinterher merkt man, dass niemand wirklich hinsieht.

Mein Freund hat sich dann überwunden und sein Hörgerät einfach angezogen. Anfangs wurden die Haare schön darüber drapiert, aber inzwischen spielt das alles gar keine Rolle mehr. Er zieht das Teil fast gar nicht aus (er nimmt es auch immer erst kurz vorm Einschlafen ab, weil er sonst eben nicht Einschlafen kann) und es hat ihn noch nie (!) jemand darauf angesprochen.
Im Gegenteil, die meisten Leute reagieren immer ganz überrascht, wenn das Gespräch mal auf das Thema kommt und er sagt, dass er ein Hörgerät trägt.

Auch wenn es am Anfang Überwindung kostet: Zieh sie an! Es bringt so viel mehr Lebensqualität (aber das weißt du ja schon :)). Nobody cares.

Liebe Grüße
Laura

17. Oktober 2016 von Lisa

Mein Kompliment für diesen ehrlichen Text. Ich kann mich noch genau an das outfit Projekt erinnern, hätte aber nie gedacht, dass du so krank warst/bist. Ich finde es unglaublich mutig von dir, diese Geschichte zu teilen und hoffe, dass irgendwann eine Therapie gefunden wird. Alles Liebe, Lisa

17. Oktober 2016 von Maria

Liebe Sarah,

ich habe selbst seit 17 Jahren einen Tinnitus und kann dich daher sehr gut verstehen… Ich habe damals hier eine Therapie gemacht die mir unglaublich geholfen hat, vielleicht ist das auch was für dich (ist in München im Lehel): http://www.tibez.de/

Liebe Grüße,
Maria

17. Oktober 2016 von Kristin

Liebe Sarah,
auch ich gehöre zu den stillen Leserinnen des Blogs und finde es auch ganz toll, dass Du damit jetzt so offen umgehen kannst.
Ich habe mir nicht alle Kommentare hier durchgelesen, aber vielleicht einen Tipp für Dich. Ein Freund von mir ist Hörakustikmeister und arbeitet bei einer Firma die eine App entwickelt hat (Tinnitracks) ganz genau kann ich Dir natürlich nicht sagen, ob es Dir helfen könnte und wie es genau funktioniert, aber vielleicht ist es einen Versuch wert ( http://www.tinnitracks.com/de ) …. Und vielleicht kann es auch anderen Betroffenen helfen, die das jetzt lesen 🙂
Alles Liebe für Dich und mach weiter so – Du und Dein Blog seid ganz toll
Kristin 🙂

P.S. Auch ich bin gerade mit einer Freundin dabei einen Blog aufzubauen und wir würden uns sehr über Deinen / Euren Besuch freuen 🙂

17. Oktober 2016 von Teresa

Liebe Sarah,
ich finde es ganz toll und bemerkenswert dass du dieses Thema mit deinen Lesern teilst. Es wird heutzutage von jedem erwartet zu funktionieren, aber niemand achtet dabei auf seinen Körper. Du machst mit deinem Artikel sicherlich sehr vielen Mut und zeigst uns dass die Gesundheit immer noch das wichtigste ist was wir besitzen.

Ich wünsche Dir für deine weitere Therapie ganz viel Kraft und hoffentlich wird bald ein Mittel für diesen doofen Tinnitus gefunden.
Teresa

18. Oktober 2016 von Tania

Danke, für diesen sehr persönlichen Post!!! Ich wünsche dir, dass es doch irgendwann eine Besserung gibt.

19. Oktober 2016 von Schneiderin

I’ll write in english, because that’s easier for me than german, if you don’t mind. First of all, I’m really sorry you are suffering from tinnitus and I feel it’s really brave to write about it.

But there is something I don’t understand: you go through pain just so complete strangers don’t notice you need a Hörgerät?
I’ll tell you what they think (if they happen to stare at your ears instead of at your fantastic shoes): it will range from thinking „nothing“ to „look at that, she has some sort of problem and she didn’t let it stop her“. In the beauty industry, no less!

What you wear behind your ears is more a batch of honour than a device to be ashamed of! Watch the TED talks of Aimee Mullins about her legs. She’s right about so many things.

Außerdem, „es ist kein sichtbares Leiden“ because you don’t want it to be. People would be very understanding if they knew and that will make your life easier.

Take it from someone who, after years of massive headaches, learned she had a brain tumour and only told the closest of the closest of friends (and family). I was 27, I didn’t want to be (that) sick at that age. After the surgery, when everyone obviously knew about it, „why didn’t you tell us“, „why didn’t you say anything“, „we could have helped“, „that’s why that time you didn’t go here/there…“. I realised that coming clear about it wouldn’t have made me any sicker but would have made my life (pre-surgery) a lot easier.

You’ll realise that soon enough too.

Ich wünsche dir viele gute Tage 😉

20. Oktober 2016 von Jenny

Sarah, du bist echt der Knaller! Ich finde dich total und absolut klasse. Vielen Dank für die offenen Worte. Mein Vater hatte um die 50 einen stressbedingten Hörsturz mit Folge Tinitus – und dazu sowieso noch ein schwächer werdendes Hörvermögen. So schlimm wie bei dir (24/7 Geräusche) ist es bei ihm nicht, aber in stressigen Zeiten kommt das Pfeifen immer stärker durch. Und es laugt ihn total aus. Ich wünsche dir alles, alles Gute!!!

22. Oktober 2016 von Julia

Liebe Sarah, was für ein offener Beitrag und ohne viele Worte zu verlieren kann ich nur sagen: Ich hoffe, du kannst deinen Alltag weiter gut meistern und wünsche dir alles Glück der Welt, dass es vielleicht doch irgendwann verschwindet <3 Ich hatte schon ein bisschen Tränen in den Augen, als du geschrieben hattest, dass du gehofft hast, dass es auf der Reise verschwindet. Ich schicke dir viel Liebe für dich und deine Ohren! 😀

23. Oktober 2016 von Angie

Liebe Sarah,
erstmal Respekt für diesen ehrlichen Artikel.
Geh doch mal auf http://www.connectinglink.de
Diese Therapie soll auch bei Tinnitus helfen. Das habe ich nicht, aber mir hat es in einem anderen Bereich sehr geholfen.
Das ganze ist zwar in Hannover, aber wenn du dort mal anrufst kann man dir vielleicht jmd in deiner Nähe vermitteln.
Liebe Grüße, Angie

30. Oktober 2016 von Veronika

Liebe Sarah!

Danke für deine offenen Worte! Ich kann deine Bedenken wegen der Noiser nachvollziehen. Mich begleiten seit meiner Kindheit Hörgeräte und ich habe sie insbesondere in der Schule gehasst, weil ich damit immer anders war. Oft habe ich mich gefragt: Warum gerade ich? Hoffentlich sieht es keiner! Heute weiß ich, dass es viel schlimmere Schicksale als meines gibt und meine Schwerhörigkeit zwar Manches verkompliziert aber nicht unmöglich macht. Und ich kann aus eigener Erfahrung berichten, dass es die Umgebung oft erst nach Jahren mitbekommt. Darum möchte ich dir sagen: wenn dir die Noiser helfen, trage sie – auch wenn es viel Überwindung kostet.
Ich drücke dir fest die Daumen, dass der Tinnitus wieder aus deinem Ohr verschwindet!!
Liebe Grüße,
Veronika

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