Positive und negative Erfahrungen nach drei Tagen auf Gili Air

29.07.2014

Es ist leider schon eine Weile her, dass wir ein Wochenende auf Gili Air verbrachten, aber die Erinnerungen sind immer noch ganz frisch. Die Gili Inseln standen von Anfang an auf unserer Reiseliste, da sie nur eineinhalb Stunden von Bali entfernt weißer-Sandstrand-tükisfarbenes-Meer-Träume erfüllen sollen.

Gili Air Beach Club

Es gibt insgesamt drei Gili Inseln: Gili Meno, Gili Trawangan und Gili Air. Gili Trawangan ist die größte, und somit auch die Party-Insel (nicht nur, es gibt auch einen ruhigen Part), Gili Meno besonders ursprünglich und Gili Air der bunte Mix aus beidem. Wir entschieden uns für Gili Air. Ursprünglich war der Plan, mit dem Roller eine halbe Stunde nach Sanur zu fahren und dort eine Fähre zu nehmen. Allerdings fährt man von Sanur aus circa zweieinhalb Stunden, von Padang Bai, das deutlich weiter von Seminyak entfernt ist, aus nur eineinhalb Stunden. Bei unserem Anbieter „Wahana“ war für rund 30 Euro (Marfi hatte mit auslandssemster-bali.de eine Seite ausfindig gemacht, auf der wir weit weniger als den Anbieter-Preis zahlten) letztendlich auch die Abholung in Seminyak inbegriffen. Er holte uns am frühen Morgen (Ansage war „Zwischen 6 und 7“, er kam um 7.15 Uhr) ab, und so fuhren wir mit einem Kleinbus nach Padang Bai, wo wir auf gefühlte 1.474.373 Rucksackreisende trafen. Wir wurden gefragt, auf welche der Inseln wir fahren, mussten unseren Rucksack abgeben und sollten uns am Anmeldeschalter unser Ticket sowie einen Aufkleber mit der Aufschrift „Gili Air“ (damit wir auch ja nicht verloren gehen) abholen. Ehrlich gesagt war ich schon zu diesem Zeitpunkt etwas skeptisch, ob das mit dem Gepäck hinhauen würde, da wir sooooo viele Menschen waren und es einen gigantischen Gepäckhaufen, aber mehrere Schiffe gab. Eine sehr turbulente Fahrt später (Nichts für einen schwachen Magen) kamen wir auf Gili Air an, unser Rucksack leider nicht. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie erleichtert ich war, dass Chris am Abend zuvor darauf bestand, unsere elektronischen Geräte in einen Extra-„Handgepäcksrucksack“ zu packen. Ich hätte für die Gilis alles in einen Rucksack gepackt und wäre in diesem Moment vermutlich panisch im Kreis gesprungen. Generell kann ich euch für eine Reise auf die Gilis nur empfehlen, alle halbwegs wichtigen Dinge in das Handgepäck zu packen und auf jeden Fall einen Rucksack, keinen Koffer, zu nehmen. Wenn man die Pferdekutschen nicht nutzt (Bitte macht das nicht!), muss man laufen, da es keine Autos auf der Insel gibt. Da standen wir also auf Gili Air, ohne Badesachen, dafür mit all unseren elektronischen Geräten. Uns wurde versichert, dass unser Gepäck am Nachmittag gegen 16 Uhr auf der Insel ankommen würde, da es „bestimmt auf dem Boot nach Gili Trawangan gelandet“ sei. Als wir am Nachmittag wieder zur Anlegestation liefen, stand unser Rucksack mutterseelenallein in einer Ecke. Zum Glück kam vor uns niemand auf die Idee, ihn mitzunehmen. Mein Tipp: Glaubt nicht daran, dass euer Gepäck automatisch auf das richtige Speedboat geladen wird, schaut lieber ganz genau hin, ob der Rucksack auch wirklich auf eurem Boot landet.

Auf Gili Air angekommen, gab es zwei Möglichkeiten, zu unserem Hotel zu kommen. Laufen, oder mit der Pferdekutsche fahren. Wir entschieden uns für ersteres, da wir mit der Ausbeutung der armen Pferdchen ganz und gar nicht einverstanden waren.

Pferdekutsche Gili Air

Wir liefen auf einem kleinen, unasphaltierten Weg, vorbei an Beach Bars und Restaurants zu unserer Bleibe für die kommenden drei Tage, dem Manta Dive.

Positive und negative Erfahrungen nach drei Tagen auf Gili Air

Das Resort kann ich euch übrigens wärmstens empfehlen. Wir zahlten für unser Zimmer, einen großzügigen Garden Room (für nur ein paar Euro mehr gibt noch charmantere Hütten, diese waren aber leider schon ausgebucht) inklusive Frühstück rund 35 Euro. Die Anlage war superschön und gepflegt, beim Frühstück saß man im Café direkt am Meer. Außerdem gibt es täglich Schnuppertauchkurse, die im hauseigenen Pool beginnen. Wir entschieden uns allerdings nur für die Schnorchelvariante.

Gili Air Manta Dive

Den Rest des Tages verbrachten wir am Strand. Vom Manta Dive Resort aus läuft man circa fünf Minuten zum schönsten Strandabschnitt der Insel. Das Wasser auf den Gilis ist viel ruhiger als auf Bali und so kann man stundenlang plantschen, oder aber im großen Riff schnorcheln. Ich war ganz begeistert von der Artenvielfalt, entdeckte beim Schnorcheln noch buntere Fische als auf Lankayan. Einziges Manko: Wir sahen keine Meeresschildkröten. Aber daran waren wir selbst Schuld, denn die faszinierenden Meeresbewohner gibt es nur auf Gili Meno und Gili Trawangan, nur ab und zu verirrt sich eine rund um Gili Air.  Man kann aber jederzeit mit dem Boot auf eine der anderen beiden Inseln fahren, die sehr nah aneinander liegen.

Gili Air Strand

Genauso wie auf Bali isst man auf Gili Air unglaublich gut, und unglaublich günstig. Ich liebe die indonesische Küche und kann von frisch gepressten Säften, Nasi Goreng und Satey gar nicht genug bekommen. Gleich bei unserem Mittagessen bekamen wir übrigens das erste Mal Drogen angeboten. Da es auf Gili Air keine Polizei gibt, werden diese auf der Insel natürlich besonders gerne konsumiert und ganz unverblümt angeboten.

Gili Air Drogen

Ein absolutes Highlight war unser abendliches Dinner am Strand. Vor den Restaurants kann man sich ganz frisch einen Fisch auswählen, der anschließend gegrillt und mit Beilagen am Strand serviert wird. In superschöner Atmosphäre haben wir White und Red Snapper gegessen, und bei guter Live Musik wundervolle Stunden mit Julia, Marfi und Martin verbracht.

Beach Barbecue Gili Air

Nach unseren Anfangsschwierigkeiten hatten wir eine sehr schöne, herrlich entspannte Zeit auf den Gili Inseln. Ich kann Gili Air für eine relaxte Auszeit auf jeden Fall empfehlen, möchte beim nächsten Mal aber auch Gili Meno und Gili Trawangan kennenlernen. Und das nächste Mal werden wir auf jeden Fall mehr als zwei Nächte bleiben, denn die Anreise ist meiner Meinung nach zu lange für solch einen kurzen Aufenthalt.

Gili Air

Mein Tipp für alle, die nicht gerne Boots-Achterbahn (so in etwa fühlt sich die übertrieben schnelle Speedboat-Fahrt an) fahren: Setzt euch unbedingt ganz nach hinten auf das Boot, dort fühlt es sich nicht ganz soooo schlimm an.

Wer von euch war schon einmal auf den Gili Inseln. Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

Noch mehr Bilder gibt es in der Galerie!

Kommentare

29. Juli 2014 von Hannah

Toller Artikel! Und ich finde es wirklich äusserst symphatisch und vorbildlich, dass Du das Feedback Deiner Leser suchst. Macht es Dir denn auch Freude längere Posts zu schreiben oder schaust Du eigentlich lieber Photos an? LG Hannah

29. Juli 2014 von Nina

Total witzig, habe im Nachhinein gesehen, dass wir gleichzeitig mit euch auf Gili Air waren, waren auch mal im gleichen Restaurant beim Abendessen und nur ein paar Meter entfernt in einem anderen Hotel.

29. Juli 2014 von Greta Holthues

Hallo Sarah,
auf den Gilis war ich leider nicht. 1992 war ich auf Bali. Das war eine faszinierende andere Welt. Der Reiseführer schrieb damals, dass dort Kriminalität so gut wie unbekannt wäre. In Kuta haben mir dann kleine Kinder die Geldbörse aus der Tasche gestohlen. Ich war froh, dass ich noch meinen Pass hatte. New York, Kairo, London alles hatte ich unbeschadet überstanden, Kuta leider nicht. Trotzdem war es ein wunderschöner Urlaub. Den silbernen Armreifen, den ich mir mitgebracht habe, trage ich heute noch. Allerdings gibt es den heute hier auch an jeder Ecke. Meine Sarongs nutze ich als Tischtücher. Bali ist wirklich ein Diamant. Das einzige, was ich heute scheue, ist der weite Weg. Liebe Grüße Greta
http://www.gretaholthues.blogspot.de

29. Juli 2014 von Martin

Die Gili´s waren wirklich toll, auch wenn mir die armen Pferde jetzt noch leid tun! Es hat mega viel Spaß gemacht mit dir, Chris, Julia und Merfi die Insel zu erkunden, den Strand sowie das tolle Essen am Meer zu genießen!!! Über die Bootsfahrt reden wir lieber nicht mehr…warum habe ich aber auch vor dem Trip nich feiern müssen… 🙂

Martin

29. Juli 2014 von Kerstin

Ihr habt auf jeden Fall mit Gili Air die schönste der drei Inseln gesehen. Wir waren Ende Januar/ Anfang Februar dort und Gili Air war unser absoluter Favorit (nachzulesen auf http://www.roaddiary.de/2014/01/29/24-01-2014-gili-air/) Wir verbrachten dort 5 wunderschöne Tage. Ihr ward sicher auch in der tollen Zippbar abends zum essen oder? 🙂
Auf Gili Meno ist der Hund begraben, da blieben wir nur eine Übernachtung und auf Gili T ist es sehr touristisch. Allerdings kann man dort auch sehr gut schnorcheln.
Wir sind damals mit der lokalen Fähre von Padang Bai nach Lombok mit Zwischenstopp in Sengiggi auf die Gilis. In Bangsal sind wir mit einer Fähre übergesetzt zu Gili Air (alles sehr abenteuerlich, wir mussten leider das Pferdchen auf Lombok nehmen, auf den Gilis kann man darauf getrost verzichten). Speedboote fuhren bei uns wegen des Wellengangs Anfang des Jahres nicht.
Falls es euch noch mal in die Ecke verschlägt: vielleicht ist Lomboks Süden auch mal eine Reise wert. Alles noch sehr ursprünglich.
Euch weiterhin viel Spaß, ich verfolge mit Spannung eure weitere Reise.
Liebe Grüße, Kerstin

1. August 2014 von Sarah – Josie loves

@Hannah: Ach je, ich hatte ganz vergessen, dir zu antworten. Ich liebe es, lange Texte zu schreiben. Vor der Leidenschaft für Mode kam schon in sehr jungen Jahren die Leidenschaft fürs Schreiben. 🙂 Allerdings schaue ich mir auf Blogs auch sehr gerne, insbesondere wenn es um das Thema Reise geht, sehr gerne viele, viele Bilder an.

7. August 2014 von Annette

Ich war vor sehr vielen Jahren auf Gili Trawangan als es noch eine reine Robinson Insel ohne Tourismus war. Auf Strohmatten schlafen, kein Strom sonden nur Gaslampen… es war wunderschön und friedlich damals. So möchte ich es auch in Erinnerung behalten 🙂

LG,
Annette | Lady of Style

13. August 2014 von Desiree

Das hört sich ja traumhaft an! Vor allem der Strand und dann noch eure Unterkunft. Für 35 euro kann man da nicht viel dagegen sagen.

24. August 2015 von Heiner

Ich bin gerade auf Gili Air und kann nicht wirklich relaxen, weil ich weiß, dass ich hiermit die Tierquälerei an den Pferden unterstütze. Alles was ich esse und trinke und selbst die Hütte die wir bewohnen, wurde mit Hilfe der Ausbeutung der Pferde errichtet.

Man sieht ständig gnadenlos überladene Kutschen: 50 Betonsäcke a 40 kg = 2000 kg + Kutsche + Fahrer, auf einer Achse, so dass alles noch ausbalanciert werden muss. Die Pferde werden einfach wie ein Lastwagen permanent an ihre Belastungsgrenze gebracht und wenn sie diese Leistung nicht liefern aufgepeitscht.
Vor wenigen Stunden erst habe ich am Hafen ein Lastenpferd gesehen, dass auf der Nase bis aufs Fleisch blutig und wund war, weil ein Band hierüber scheuerte. Eine Frau die sich beim Bauarbeiter beschwerte wurde nur belächelt und nicht ernst genommen.

Bei aller Schönheit die die Insel bietet, wirklich genießen kann ich es hier nicht. Einfach nur die Pferdekutsche zu meiden bringt meiner Meinung nach nichts, da man sich im Klaren sein muss, dass die gesamte Logistik und somit jedes Essen, jedes Getränk und überhaupt alles von Menschenhand Geschaffene auf dieser Insel mit Hilfe dieser armen Wesen seinen Weg gefunden hat.

Asien ist grundsätzlich nicht für seine Tierliebe bekannt, weshalb wir uns hier (wie auch zu Hause, wo es nur bedingt besser aussieht) grundsätzlich so gut wie vegan (außer Fangfisch, mijammi!) ernähren. Diese Tierquälerei hier aber so aktiv zu unterstützen bricht uns daher das Herz :'(

PS: Weiß jemand wo/wie die Tiere schlafen? Wir haben nämlich zusätzlich die Befürchtung, dass die Pferde Tag und Nacht an diesen Kutschen hängen müssen.

12. März 2016 von marina

Der Umgang mit den Pferden ist ein Albtraum 🙁 Hat den Urlaub überschattet

8. Februar 2017 von Stephan

Sehr schön, ich bin leider nur auf Bali geblieben vor drei Wochen. Es wird Zeit nochmal nach Indonesien zu fliegen

28. Februar 2017 von Jenny

Ein toller Bericht! Wir werden im April für 5 Tage Urlaub auf gili t. machen; wir wollen aber auch auf jeden Fall mal auf die anderen beiden Inseln rüber fahren 🙂

20. Juni 2017 von Sabine

Das mit dem Gepäck ist so eine Sache. Wir sind in Bangkok ohne Gepäck angekommen. (Anreise 3 Personen 3 x hat der Koffer gefehlt). Da kann ich verstehen, dass man fast im Kreis rennt. Das ist mir dieses Jahr auch so ergangen. Ich hab dazu auch einen Post auf meinem Blog verfasst. http://www.moosbrugger-climbing.com/bangkok/
Nun werde ich genau überlegen, was unbedingt in das Handgepäck kommt und was nicht.
Weiterhin viel Spaß beim Reisen u. Danke für die vielen tollen Berichte 🙂
Ganz liebe Grüße
Sabine von moosbrugger-climbing.com

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