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Die Sache mit dem Alkohol…

Am Wochenende hatten wir einen wunderschönen Abend mit lieben Freunden. Es wurde extrem viel gelacht und die Stimmung war sehr ausgelassen. Und das ohne einen einzigen Schluck Alkohol. Wieso wir an einem Samstagabend in netter Runde nichts Alkoholisches getrunken haben? Naja, das stand schlicht und einfach nicht zur Debatte.

Keiner von uns hatte Lust auf ein alkoholisches Getränk. Also gab es stattdessen Wasser und Softdrinks. Eigentlich nichts dabei, oder? Nun, ehrlich gesagt wäre das nicht in jeder Runde so denkbar. Oh ja, hier sind wir wieder einmal bei einem Kolumnenthema gelandet, das mich etwas Überwindung gekostet hat. Überwindung, weil dieses Thema enorm die Geister scheidet. Ein Thema, über das Chris und ich auch schon im engsten Umfeld heftig diskutiert haben. Warum? Das möchte ich euch heute erklären – und sehr gerne mit euch diskutieren.

Nicht falsch verstehen, ich liebe es, in netter Runde ein gutes Glas Wein zu trinken. Das darf auch gerne mal eine Flasche zu zweit sein. Und ich habe eine Schwäche für Champagner. Nicht an jedem Tag, aber wenn der Anlass passt und ich Lust darauf habe, dann genieße ich ein Gläschen Champagner sehr. Manchmal auch ein zweites, ein drittes und ein viertes. Aber das heißt nicht, dass in besagter „netter Runde“ automatisch getrunken werden MUSS. Zumindest von mir kann ich sagen, dass ich schlicht und einfach nicht immer Lust auf Alkohol habe. Wieso sollte ich also einen alkoholischen Drink zu mir nehmen, wenn ich viel mehr Lust auf Tee habe? Ja, ich zähle zu denjenigen, die sich beim Abendessen auch mal einen Tee bestellen. Einfach, weil es das Getränk ist, auf das ich in genau diesem Moment Lust habe.

Wenn wir auf Reisen im Süden sind, trinken Chris und ich am Abend recht selten Alkohol. Zum einen habe ich (und hier kann ich auch für meinen Mann sprechen) an einem super heißen Tag irgendwie so gar nicht das Bedürfnis, etwas zu mir zu nehmen, das mir auch noch Wasser entzieht – stattdessen trinke ich liebend gerne eine große Flasche Wasser beim Abendessen. Zum anderen kommt mein Magen mit der Hitze-Alkohol-Kombi meist nicht so gut zurecht.

In Italien hatten wir übrigens des Öfteren die Situation, dass wir auf völliges Unverständnis gestoßen sind, als wir die einzigen Erwachsenen waren, die keine Weinflasche auf dem Tisch stehen hatten. „No Wine?“ fragte uns der Kellner in der Toskana mit Entsetzen im Blick, als wir eine Flasche stilles Wasser, Cola und eine Cola light bestellten.

Aktuell findet in München das Oktoberfest statt. Das bedeutet auch: (Fast) jeder trinkt Bier. Egal ob es demjenigen schmeckt oder nicht. Eine Art Gruppenzwang. Allerdings nicht auf pubertäre Unsicherheit zu schieben. Erwachsene, die Bier trinken, obwohl sie Bier eigentlich nicht mögen. Und davon gibt es auch in Bayern gar nicht mal so wenige. Ich habe schon des Öfteren gehört „Hm, ja, eigentlich schmeckt mir Bier nicht. Aber auf der Wiesn trinkt man das halt.“

Weil man teilweise so richtig „blöd von der Seite angemacht“ wird, wenn man nicht mittrinkt. Ja, tatsächlich, im Jahr 2019, in dem eigentlich Toleranz für absolut alles da sein sollte. Auch ich habe mich in den ersten Jahren teilweise irgendwie verpflichtet gefühlt, eine Maß Bier zu bestellen. Obwohl sie mir überhaupt nicht schmeckte. Irgendwann wurde daraus ein Radler. Was ich gar nicht mal so übel finde. Aber ganz ehrlich? Die Apfelschorle schmeckt mir trotzdem besser. Und genau die bestelle ich mittlerweile – wenn es keine Wein-Alternative gibt. Denn ja, unter uns: Ich bin ja absolut der Meinung, dass man nüchtern mit den richtigen Leuten überall viel Spaß haben kann … aber das Oktoberfest ist einer der wenigen Orte, an denen es schon eindeutig unterhaltsamer ist, wenn man etwas getrunken hat – und plötzlich „Atemlos“ so gut findet, dass man dazu auf der Bank tanzen möchte. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Ich gebe zu, dass ich bis vor nicht allzu langer Zeit auch fernab des Oktoberfests häufig diesem Gruppenzwang „erlegen“ bin. „Ach komm schon, ein Gläschen zum Anstoßen!“ … und schon hatte ich das Glas in der Hand, obwohl ich eigentlich gar keine Lust auf den Alkohol hatte. Mittlerweile bin ich da (meist – Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel) selbstbewusster und verneine klar, wenn ich etwas angeboten bekomme und es in diesem Moment nicht will. Und ich lege bestimmend die Hand auf das Glas, wenn der Kellner ohne Nachfragen nachschenken möchte und ich merke, dass mir ein, zwei Gläser Wein völlig ausgereicht haben.

Ich gebe auch zu, dass ich nachvollziehen kann, wie die Sache mit dem „Frusttrinken“ funktioniert. Ja, es ist sehr angenehm, wenn sich das Problem nach drei Gläsern Alkohol plötzlich gar nicht mehr so schlimm anfühlt. Ist es richtig, den Frust in Alkohol zu ertränken? Gewiss nicht. Ich bin sicherlich nicht die Einzige, die sich an einen „Tag danach“ erinnert, an dem das am Vorabend vergessene Problem noch viel, viel größer erschien. Kater inklusive.

Wenn permanent und immer und zu jedem erdenklichen Anlass Alkohol getrunken wird und er an (nahezu) jedem Abend ein Muss ist, dann stellt sich schon ab und an die Frage, ob es hier nur um reinen Genuss geht, oder ob man das teilweise schon Sucht nennen kann. Denn „Sucht“ ist in diesem Fall sehr breit gefächert und bedeutet nicht nur, dass man das „gängige Bild eines Alkoholikers verkörpert“ und sich bereits am Vormittag eine Flasche Schnaps runterkippt … sondern dass man an jedem einzelnen Abend der Woche ein Glas Alkohol für ein gutes Gefühl braucht. Sucht man nach der offiziellen Definition, landet man bei dieser Aussage: „Bei weniger als zwei konsumfreien Tagen pro Woche gilt Alkoholkonsum immer als riskant.“

Meine liebe Freundin Susan hat vor einiger Zeit ebenfalls eine Kolumne zu dem in unserer Gesellschaft doch recht omnipräsenten Thema Alkohol geschrieben und hier noch einen ganz anderen Aspekt angesprochen. Wenn man um die 30 und verheiratet ist, wird ein „Nein, Danke!“ nämlich ganz schnell mit etwas anderem in Verbindung gebracht. Aber lest selbst!

Wie immer freue ich mich sehr über eure Gedanken und eure ganz persönliche Einstellung zum Thema Alkohol. Wenn ihr euch am Wochenende mit Freunden trefft: Ist der Alkohol „gesetzt“? Trinkt ihr privat oft Alkohol oder ist ein Glas Wein eher etwas, das ihr zu einem besonderen Anlass genießt? Und jetzt eine viel persönlichere Frage – Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr sie beantwortet: Aus welchen Gründen trinkt ihr Alkohol? Nur aus Genuss, oder gibt es in gewissen Situationen auch andere Gründe?


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25 COMMENTS

  • 24
    09
    2019
    19
    L
    Lisa Kögler

    Hallo Sarah,

    Ich habe die gleiche Erfahrung gemacht, bin aber noch nicht so weit wie du. Gerade beim Familienbesuch wird erwartet dass man zum essen ein glas wein trinkt. Und meine Mädels schauen auch gelangweilt wenn ich mal nichts trinke. Das suggeriert immer gleich dass ich keine zeit habe und heute langweilig bin. Was aber nie der Fall ist.
    Ich finde deinen Text sehr inspirierend und es zeigt mir dass ich mich auch einfach trauen muss konsequenter zu sein.
    Viele grüße
    Lisa

  • 24
    09
    2019
    19
    R

    Diese Reaktionen, die Ihr in Italien erlebt habt, kenne ich zu gut, denn ich trinke schon seit mindestens 10 Jahren keinen Alkohol mehr. Wenn es irgendwie geht, versuche ich, das nicht zum Thema zu machen, nichtsdestotrotz wird das leider immer noch nicht von jedem akzeptiert.
    xx Rena
    http://www.dressedwithsoul.com

  • 24
    09
    2019
    19
    M
    Maria

    Liebe Sarah
    Einmal mehr könnte ich deine Kolumne genau so unterschreiben! Ich finde auch, dass man in einer gemütlichen Runde nicht immer Alkohol braucht und es durchaus trotzdem lustig haben kann. Ich mag fast keinen Alkohol, unter anderem auch kein Bier und Wein, und habe nur ein paar Mal im Jahr wirklich Lust, etwas zu trinken. Mit meinen 23 Jahren versteht auch keiner, wenn man nichts trinken will, da wir ja jung sind und unser Leben geniessen sollen, solange wir noch können… Mir wurde deswegen auch bereits ein paar Mal gesagt, ich sei langweilig und spiessig. Ich finde, jeder sollte das ohne wertende Kommentare so handhaben können, wie er/sie mag.

  • 24
    09
    2019
    19
    V
    Vanessa

    Du sprichst mir aus der Seele, liebe Sarah.

  • 24
    09
    2019
    19
    M

    Liebe Sarah,
    Ich finde es super, dass Du dieses Thema aufgreifst und muss daher – als sonst etwas kommentierfaule Leserin (sorry!) – mal wieder etwas hinterlassen!
    Das Thema beschäftigt mich nämlich auch sehr oft, wenn auch ich gerne diejenige bin, die eine gute Flasche Wein zum Dinner öffnet und Freue daran hat, Cocktails zu mixen. Gerade aus diesen Gründen denken die Leute wohl oft, dass Alkoholkonsum etwas normales und alltägliches sein und da finde ich, dass unsere Kultur wirklich auf einem falschen Weg ist. Wie du schon schreibst, ist es bei uns eher die Ausnahme, wenn man im Urlaub keinen Wein zum Abendessen bestellt und nicht umgekehrt. In vielen Kulturen ist aber der Alkoholkonsum die Ausnahmesituation (und dann eben für besondere Anlässe reserviert). Ich persönlich bin auch viel mehr ein Fan davon geworden, zu besonderen Anlässen einen besonderen Tropfen zu genießen, vor allem da ich egal wie viel Übung ich habe, jedes noch so kleine Gläschen am nächsten Morgen spüre. Wirklich bemerkt, wie der Alkoholkonsum den Körper beeinflussen kann, habe ich aber erst, seit ich viel weniger trinke. Plötzlich schlafe ich besser, wache fitter auf und muss nicht so oft gähnen. Das ist es mir allemal wert, auf einen guten Tee umzusteigen!

  • 24
    09
    2019
    19
    U
    Uschi

    Liebe Sarah,
    Was für ein schwieriges Thema.
    Ich muss leider zugeben dass es bei uns in einem Freundeskreis oft auch für Empörung sorgt wenn man nichts oder weniger trinken möchte. Ich habe es jetzt auch einen längeren Zeitraum „geschafft“ nicht zum Alkohol zu greifen und es fühlt sich so gut an mal nach dem Wochenende nicht noch verkatert zu sein. Oh und immer diese „Absacker“ sind dann die Krönung für die einen und das schlimmste für die anderen.

    Ich habe auch das Gefühl man wird schräg angeschaut schon alleine beim Abendessen im Restaurant wenn man kein Schlückchen zu sich nehmen will.

    Danke für deine Starken Worte. Das Motiviert mich mehr zu meinen geschmacklichen Vorlieben zu stehen als zum Zwang am Tisch.

  • 24
    09
    2019
    19
    M

    Ich kann auch ohne Alkohol lustig sein, sehr lustig. In einem früheren Bekanntenkreis stieß ich da oft auf Unverständnis. Bei einem gemeinsamen Frühstück redeten wir über Stress im Beruf, da sagte mir doch diese damalige Freundin, also ich trink deswegen jeden Abend ne Flasche Wein, dann geht das. Versuch das doch auch mal.

    Mein Blick war entsetzt, mein Mann sagte dann auch zu ihr, du willst meiner Frau aber gerade nicht erklären das literweise Alkohol die Lösung für Stress sein soll? Sie nur, doch! Mir hilft das!

    Naja wie anfänglich erwähnt ehemaliger Kreis, dazu kamen noch einige andere Situationen.

    Wir trinken sehr wenig. Und wenn mit Genuss und ohne Zwang. Es soll ja auch schmecken und ich brauche das Gefühl von Alkohol eigentlich garnicht. Jeder darf es natürlich halten wir er will, aber eben wenn jemand nicht will, will er nicht. Das hat die andere Seite dann zu respektieren.

  • 24
    09
    2019
    19
    S
    Susann

    Mir geht es beim Thema Alkohol ganz genau wie Dir liebe Sarah!

  • 24
    09
    2019
    19
    A
    Alexandra

    Hallo Sarah,
    Ein sehr schöner Post, indem ich mich auch wiederfinde.
    Ich selbst vertrage Alkohol nicht sonderlich gut und habe früher immer getrunken, um „dazu zu gehören“.
    Seit ich entscheide, wann ich wirklich einen Wein möchte und bewusst den Alkohol genieße bin ich ausgeglichener, aber muss mir trotzdem immer Sprüche anhören, ob ich schwanger sei, ich mich doch nicht so haben soll etc.
    Und das teilweise sogar aus dem engsten Familienkreis.
    Ich finde es manchmal wirklich bedenklich wie normal Allohom angesehen wird, obwohl es für mich in die Kategorie Suchtmittel gehört.

  • 24
    09
    2019
    19
    R
    Ramona

    Liebe Sarah!

    Ich trinke schon viele viele Jahre sehr wenig Alkohol. Einfach aus dem Grund, weil mir weder Bier noch Wein schmecken. Ich mag Cocktails sehr gerne, aber käme nicht auf die Idee, mir daheim täglich welche zu mixen. Ich habe auch schon oft gehört „Sei nicht so langweilig“ etc., aber das sind keine Menschen, die zum meinem engen Umfeld gehören. Ich finde es schlimm, dass man sich eher dafür entschuldigen muss, keinen Alkohol zu trinken, als umgekehrt. Es ist gesellschaftlich so verankert und akzeptiert, dass eine Rechtfertigung verlangt wird, warum man kein Gläschen trinkt. Wobei das nicht nur Alkohol betrifft, sondern auch wenn es um Süßes bzw. Essen geht. Da heißt es dann in Runden oft „Wieso isst du kein Stück? Bist du schon wieder am abnehmen?“ Oder „Du bist eh so schlank, man muss sich doch auch mal was gönnen. Ein Leben ohne Süßes macht doch nicht glücklich etc.“. Ich finde einfach, dass doch rein die tolle gemeinsame Zeit zählt und nicht, ob getrunken/gegessen etc. wird bzw. nicht.

    LIebe Grüße, Ramona

  • 24
    09
    2019
    19
    S
    Stephanie

    Ich trinke sehr sehr selten Alkohol, da er mir nicht so gut schmeckt. Wenn ich doch mal Lust auf ein Glas Weißwein habe, trinke ich den, sonst aber nicht. Ich wurde schon oft darauf angesprochen warum ich Nichts ( also kein alkoholisches Getränk) trinke, obwohl ich nicht fahren muss. Ich sage dann ganz offen, dass mir andere Getränke besser schmecken. Eine Saftschorle oder alkoholfreier Cocktail. Das bedarf aber tatsächlich manchmal Selbstvertrauen. Hin und wieder werde ich auch diesbzgl angemacht, teilweise sogar von Kellnern die mir einen Schnaps ausgeben wollen nach dem Essen. Da habe ich das Gefühl, dass sie es nicht verstehen… Wobei dann oft neben dem Geschmack noch hinzu kommt, dass wenn ich gleich ins Auto steige, ich nicht zuvor einen Schnaps getrunken haben möchte. Hätte keine Lust nach Alkohol zu riechen wenn man dann doch Mal in eine Verkehrskontrolle gerät.

    Das letzte Mal Alkohol getrunken ohne Lust drauf zu haben, war bei der Verabschiedung eines Freundes. Er ist 1-2 Tage später ins Ausland aufgebrochen und hatte nur noch bier im Kühlschrank. Da habe ich dann ein 🍺 genommen. Das war jetzt für mich aber kein Drama. Ihm tat es auch eher leid ;)

  • 24
    09
    2019
    19
    E
    Emi

    Ja, das ist wirklich ein wichtiges Thema!
    Es stimmt, mit manchen Freunden ist es kein Problem, auch mit anderen Getränken (Tee, Softdrinks etc) Spaß zu haben, aber mich nervt es, dass ich mich regelrecht rechtfertigen muss, erstmal nicht zu einem alkoholischen Getränk auf einer Party zu greifen und zumindest erwartet wird “später stoßen wir richtig an!”
    Für mich war unser Kinderwunsch der ausschlaggebende Punkt, an dem ich meinen Alkoholkonsum kritisch überdachte und mir auffiel, wie sehr Alkohol mit einer entspannten Atmosphäre und Ausgelassenheit gleichgesetzt wird: “Welchen Wein trinkt ihr denn zu Hause?” (Ehrlich gesagt, keinen, nur Wasser zum Abendessen und Tee danach). Ich traf mich dann lieber mit gewissen Freunden zum Brunch (“Nein, ich brauche keine Mimosas um 11Uhr morgens!”) oder Lunch.
    Nein zu Alkohol zu sagen, so scheint es mir, testet wirklich die Toleranz einiger Freundschaften. Allerdings muss ich sagen, dass einige Freundinnen ähnliche Gedanken zur gleichen Zeit hatten (Yoga, Achtsamkeit, etc).
    Und dass ihr in Italien ungläubig angeschaut würdet, als ihr keinen Wein bestelltet: zu Hause trinken Italiener gar nicht so oft Wein, aber von Touristen wird das eben erwartet (und erhöht die Rechnung 😉).

  • 24
    09
    2019
    19
    N
    Nina

    Ich trinke tatsächlich maximal 1-2x im Jahr Alkohol. Klar, mit 16-18 hab ich auch an Wochenende ordentlich mitgetrunken – war ja cool. Irgendwann mit 18 hab ich aber gemerkt, dass ich es überhaupt nicht gut vertrage und mir immer schlecht war, egal wie viel oder wenig ich getrunken hatte.
    Nach einer Party habe ich dann entschieden, gar keinen Alkohol mehr zu trinken und hab das auch bis 22 durchgezogen. Dann kam der Hugo und den wollte ich mal probieren. Aber mehr als 1-2x im Jahr ist es immer noch nicht. Es schmeckt mir auch einfach nicht und ich mag keinen Kontrollverlust. Außerdem bin ich der Meinung, dass Alkohol als Droge wirklich unterschätzt wird. Wieviele Familien dadurch zerbrechen, Menschen sich in‘s Unglück stürzen und Autounfälle etc. Denke auch, dass viele Menschen unfhewusst ein Problem mit Alkoholkonsum haben. Wenn ich jeden Abend 2 Gläser Wein brauche ist das halt irgendwann nicht mehr „normal“ denke ich.

  • 24
    09
    2019
    19
    S
    Saskia

    Hallo liebe Sarah,
    Ich bin völlig deiner Meinung. Ich bin auch in den meisten Fällen, diejenige, die sich lieber einen heißen Tee, eine Chai Latte oder einfach eine Flasche Wasser zum Essen bestellt. Ich trinke Alkohol wirklich nur aus Genuss und wenn ich wirklich richtig Lust habe. Und dann darf das Gläschen Wein auch mK etwas teurer sein.
    Ich bin dann zwar immer für „Spaßbremse“, aber hängt Spaß wirklich von Alkohol ab? Oder geht es dabei nicht einfach um die Gesellschaft der anderen und die tollen Gespräche, die man führt?!
    Danke für diesen tollen Beitrag!!
    Liebe Grüße Saskia

  • 25
    09
    2019
    19
    K
    Kathrin

    Liebe Sarah,
    super ehrlicher Artikel und ja so ist es leider auch.
    Und ab einem Gewissen Alter kommt auch immer die Frage ob man denn schwanger sei wenn man nichts trinkt. Richtig schade …

    Alles Liebe
    Kathrin

  • 25
    09
    2019
    19
    C
    Conny

    Interessantes Thema liebe Sarah!

    Da gibt es auch ein paar Geschichtchen aus dem Freundeskreis, die ich gerne beitragen möchte. Persönlich gehöre ich zur Fraktion „Mal ein Gläschen Wein am Wochenende zum Essen“ und ab und an schmeckt mir auch ein Gin Tonic auf einer Party.

    Zum Beispiel habe ich eine Freundin, bei der man Alkohol zuhause haben muss, wenn man sie einlädt. Eine halbe Flasche Wein hat da nicht gereicht. Aus meiner Sicht ist ein Gläschen für einen Abend unter der Woche mehr als ausreichend – sie jedoch war der Meinung, beim nächsten mal bringt sie lieber selbst was „Trinkbares“ mit.

    Generell scheine ich in dieser Hinsicht eine schlechte Gastgeberin zu sein. Schon oft musste ich mir anhören: „Wie, du hast kein Bier/Wein/… zuhause?“

    Ein Onkel von mir hat mal zu einem Familienabendessen bei mir Weißbiergläser mitgebracht und gefragt ob ich sie behalten möchte. Ich und auch mein Freund trinken so gut wie nie Bier zuhause, erst recht kein Weißbier. Mein Onkel war erschüttert über diese Tatsache und ließ die besagten Gläser da. Das ist zehn Jahre her – beim letzten Umzug habe ich sie dann verschenkt, da sie nie genutzt wurden…

    Wenn man gesammelt nichts trinkt, wird auch schon mal einer gesamten (großen) Mädelsrunde am Tisch unterstellt, alle wären schwanger.

    Und schließlich funktioniert das auch noch andersherum: Mir wird immer schlecht auf Busfahrten. Das wird bei diversen Veranstaltungen mit Busanreise und -Abreise auch oft im Zusammenhang mit „die hat bestimmt Zuviel getrunken“ bewertet. Nein, von einem halben Glas Wein wird mir in der Regel nicht schlecht. Und von einer Flasche Wasser auch nicht.

    Je länger man darüber nachdenkt, desto skurriler wird das ganze Thema… daher Danke an dich, dass du das in einer Kolumne zur Diskussion stellst.

    Liebe Grüße!

    1. 25
      09
      2019
      19
      L
      Lily

      Ich gebe dir so recht. Genauso geht es mir auch. Wenn ich z.b. die Family einlade kommt gleich die Frage „wie du hast nur eine Sorte Bier und nur 2 Flaschen für jeden… Da müssen wir aber ganz schön Rationierung.“ Mich nervt das einfach.
      Und ich knicke aber leider noch so oft ein. Erst am Wochenende habe ich abends bei den Schwiegereltern ein glas wein mitgetunken weil ich keine Lust auf die beleidigten Blicke hatte wenn ich es nicht tue. Das ärgert mich heute noch.

  • 25
    09
    2019
    19
    E
    Evy

    Mein Eindruck ist, dass das Thema besonders unter jungen Bloggern öfters aufgegriffen wird, weil sie tatsächlich darauf angesprochen oder sogar ausgegrenzt werden.

    Was mich nervt, dass es leider mehr alkoholische Getränke als Alternativen auf der Karte gibt – ich will nich ständig Limo trinken.

    Und die Medien suggerieren immer noch, dass Alkohol vieles besser macht. Dieses Bild hat sich eingebrannt.

    In Büchern ist es total normal, dass sich die (meist weibliche) Protagonistin als Kummer betrinkt, aber später nüchtern genug ist, um mit ihrem Schwarm zu reden. Oder dass man sich „versehentlich“ im Rausch annähert und das als Entschuldigung benutzt, emotional geworden zu sein oder Blödsinn gemacht zu haben. Alkohol wird nicht nur verharmlost, sondern salonfähig gehalten. Weil’s ein Happy End gibt oder das Fehlverhalten nicht angesprochen wird.

  • 26
    09
    2019
    19
    S
    Susanne

    Liebe Sarah!
    Du sprichst mir aus der Seele!Ich bin trockener Alkoholiker und habe jahrelang meinen Alkoholkonsum nie hinterfragt.Alkohol gehört zum Leben, das stimmt. Es kommt jedoch darauf an, warum man ihn trinkt. Ich habe den Alkohol als Trost und Belohnung eingesetzt, keine gute Idee.
    Mal ein Glas Wein oder Cocktail, weil man einfach Lust drauf hat, ist völlig OK.
    Viele Grüße nach München von Susanne

  • 26
    09
    2019
    19
    P

    Ein klasse Thema. Für mich muss nicht zu jedem Abendessen ein Wein dazugehören. Insbesondere bei den kalten und regnerischen Temperaturen, die sich wieder anbahnen. Da bestelle ich auch so ähnlich wie Du mal ein Glas Tee. Wenn wir beispielsweise mit Freunden zusammen kochen, kochen wir gelegentlich mit Wein und da bleibt für viel von uns eine Weinschorle wenn dann übrig. Aber dieser Gruppenzwang ist bei uns nicht mehr vorhanden. Das merke ich besonders bei meiner Tochter, wenn sie in der Heimat zu Besuch kommt. Da wird versucht auf eine einzureden, dass man alkoholfrei unterwegs ist und auch bereit ist den Fahrer zu spielen, und die Mehrheit versucht zu überreden. Ich trinke meist wenn es einen besonderen Anlass gibt. Geburtstage, und wenn wir von den Mädels mal einen Mädelsabend veranstalten. Aber man kann auch ohne Alkohol total sich gelassen fühlen. Es kommt auf die Menschen an.

  • 26
    09
    2019
    19
    A
    Annika

    Hallo Sarah,

    spannendes Thema, toll dass du es aufgreifst.
    Ich trinke gerne mal ein Gläschen Wein oder einen guten Gin Tonic, allerdings zu 95% am Wochenende. Unter der Woche trinke ich mittlerweile (zu Studentenzeiten war das noch anders) so gut wie nie Alkohol.
    Allerdings ist mir erst letzte Woche aufgefallen, dass ich bei unserem Stamm-Italiener automatisch ein Glas Wein bestelle, ohne vorher zu überlegen ob ich wirklich Lust darauf habe. Das werde ich in Zukunft im Hinterkopf behalten und vorher abwägen.
    Ansonsten entscheide ich mich aber wenn dann bewusst für den Alkohol, in unserem Freundeskreis ist es zum Glück auch absolut keine Selbstverständlichkeit, dass jeder trinkt.
    Dafür sieht es z.B. auf der Weihnachtsfeier der Arbeit ganz anders aus – und gerade im beruflichen Umfeld halte ich mich beim Alkohol lieber ganz zurück. Ich möchte mich weder die nächste Zeit im Büro schämen, weil ich es übertrieben habe noch möchte ich alkohol-enthemmte Kollegen von anderen Seiten kennenlernen.

    Zuhause haben wir eigentlich immer Bier und Wein, allerdings eher, weil man das ja doch recht häufig geschenkt bekommt. Schnaps haben wir eigentlich nie hier, kaufen allerdings zu Geburtstagen häufig einen Ramazzotti oder Ouzo für die Gäste. Der Rest des im Februar gekauften Ramazzottis steht allerdings immer noch fröhlich im Kühlschrank.

    Viele Grüße
    Annika

  • 26
    09
    2019
    19
    M
    Marla

    Ich trinke sehr gern Wein, ganz selten mal Bier und ab und zu mal einen Schnaps nach einem leckeren Essen, z. B. Ramazzotti beim „Italiener“ oder Ouzo beim „Griechen“ und probiere im jeweils bereisten Land auch Typisches. Wenn jemand nicht mag oder möchte, aus welchen Gründen auch immer, ist das weder zu hinterfragen noch zu kommentieren sondern einfach zu akzeptieren. Wenn jemand keinen Kaffee mag, biete ich ihm ja auch Tee an oder umgekehrt. Und wer nur Wasser möchte, kann es jederzeit bekommen.

    1. 26
      09
      2019
      19
      K
      Kathrin

      Klingt nach einer entspannten Antwort! Jedem das seine. Wir lieben Weine und machen ganze Tastings mit Freunden und auch zu zweit. Gibt sicher gesündere und günstigere Hobbys. Wenn jemand nichts trinken möchte, würden wir das aber genauso wenig hinterfragen wie wenn einer ein zweites Glas möchte. Alkohol gehört in die Freizeit und da ist doch bitte jedem alles zu gönnen. Wie bei vielen anderen Themen ist ein entspannter Umgang empfehlenswert.

  • 29
    09
    2019
    19
    K

    Hallo Sarah,

    danke für diesen tollen Beitrag, der mir aus der Seele spricht! Auch ich habe schon oft erlebt, dass man schief von der Seite angeschaut wird, wenn man die einzige in der Runde ist, die keinen Alkohol trinkt. Zum einen schmeckt er mir nur bedingt und zum anderen vertrage ich einfach nicht viel. Ein Wasser oder ein koffeinhaltiges Getränk sind mir da meist lieber.
    Gestern erst hat eine langjährige Freundin Hochzeit gefeiert und ich war unter den geladenen Gästen. Für mich gab es beim Sektempfang einen Sekt-O und am Abend ein Glas Rotling zum Abendessen, ansonsten Wasser oder Espresso. Auch ich hatte eine Menge Spaß auf der Hochzeit, habe das Glas Wein genossen und fand es einen wunderschönen Tag. Im Gegensatz zu anderen habe ich heute auch keinen Brummschädel. ;o)

    Liebe Grüße und noch einen schönen Sonntag,
    Karina

  • 02
    10
    2019
    19
    J
    Jessi

    Oh ja, da stimme ich dir voll und ganz zu!
    Ich trinke seit 2015 keinen Alkohol mehr- geschmeckt hat er mir noch nie und vertragen hab ich eh nicht viel… ich muss immer noch jedesmal eine Riesen Diskussion führen warum ich nicht mit trinke oder es wird mit einem Lächeln auf meinen Bauch geschaut. Leider gehört Alkohol zu unserer Gesellschaft dazu…

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