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Ein paar Bali-Anekdoten der
letzten Jahre …

Erinnert ihr euch noch an meine Kategorie „Zehn amüsante, kuriose und spannende Fakten„, die ich während  unserer Weltreise einführte? Damals erzählte ich euch allerlei Kuriositäten, die uns im Laufe der Zeit begegneten – in den USA, Australien, aber insbesondere in Südostasien.

Denn eines ist klar: Auch wenn sich durch die Globalisierung in den letzten Jahren extrem viel angeglichen hat, so ist doch nach wie vor vieles fremd und einfach völlig anders als man es von zuhause gewohnt ist.

Das ist auch gut so, denn so erlebt man oftmals völlig Unvorhergesehenes, Überraschendes und ist im Nachhinein um die ein oder andere sehr amüsante Reise-Geschichte reicher. Auf Bali verbrachten wir in den letzten Jahren ingesamt rund ein halbes Jahr und ja – in dieser Zeit erlebten wir ganz besonderes viel Amüsantes und Kurioses, über das wir oftmals noch lange danach Tränen lachen. Einige davon habe ich euch bereits erzählt, andere noch nicht.

Bereit für mein „Best-of der amüsanten Bali-Geschichten“?

1. Mittlerweile kann ich es hier ja öffentlich schreiben, denn immerhin ist es nun bereits einige Jahre her. Aber es gab da diesen Tag, an dem uns ein Polizist einfach nur anhielt, weil wir Deutsche waren und uns bat, ihm zu folgen. Es war klar, worauf die Sache hinauslief (zu diesem Zeitpunkt spielte Korruption auf Bali noch eine sehr große Rolle) und in einer Kurzschlussreaktion drehte Chris um (ohne mich vorab zu informieren) und heizte durch eine Seitenstraße davon. Ich war völlig in Schockstarre, denn immerhin würde man im Leben niemals vor einem Polizisten in Deutschland flüchten. Das Folgende ist übrigens wirklich exakt genau so passiert (Ich schwöre!): In der Gasse  gab es mehrere Bumper (Bremsschwellen) und so rasten wir natürlich nur so semi auf unserer Flucht. Plötzlich war ein Balinese auf seinem Roller neben uns, grinste uns an und fragte: „Mushrooms, mushrooms, do you wanna buy mushrooms?“ An dieser Stelle muss ich erwähnen, dass in Indonesien die Todesstrafe auf Drogenbesitz aussteht.

2. Ebenfalls aus dieser Kategorie: Bei unserem allerersten Mal auf Bali wurde unser Roller konfisziert. Wir sind wie alle Balinesen über eine durchgezogene Linie auf der Straße gefahren und bei uns Touristen war das natürlich ein schweres Vergehen. Wir bekamen einen Strafzettel, den wir allerdings nur an einem einzigen Tag, exakt einen Monat später vor Gericht hätten zahlen dürfen. Die Polizisten verstanden unsere Problematik, dass wir bereits einige Tage später ausreisen würden, nicht. Damals war ich noch nicht ganz in dem gechillten „auf Bali kann man alles ganz easy regeln“-Mood und war völlig fertig, da unser geliehener Roller nun weg war. Wie sollten wir das nur unserem Vermieter beibringen? Außerdem hatte ich natürlich ein sehr ungutes Gefühl bei der Tatsache, dass wir diesen Strafzettel niemals zahlen würden. Ob das Konsequenzen haben würde? Im Nachhinein erklärte uns unser Rollervermieter übrigens, dass wir einfach ihn hätten anrufen sollen und er das geregelt hätte.

Naja, auf jeden Fall war dies zwei oder drei Tage vor unserer Ausreise, und so beschlossen wir, einfach ein offizielles Polizeirevier zu besuchen, um die Situation noch einmal zu besprechen. Ich könnte jetzt noch lange, ausführlich eine komplette Kolumne über diesen Besuch schreiben. Aber kurzgefasst: Chris macht sich immer noch über mich lustig, dass ich damals einen schriftlichen Beleg für die Zahlung unserer Strafe von dem Polizisten gefordert habe. Denn ich bin einfach nicht davon ausgegangen, dass es sich hier in diesem offiziellen Umfeld schon wieder um ein privates Taschengeld für den Polizisten handelte.

An dieser Stelle muss ich aber auch sagen, dass es seit einiger Zeit ein neues, hartes Gesetz gegen Korruption gibt und uns seit mehreren Jahren wirklich rein gar nichts mehr in diese Richtung passiert ist.

3. Auf Bali gibt es keinen Job, den es nicht gibt. Leider sind Arbeitskräfte nach wie vor sehr günstig, deshalb werden die Arbeitgeber gerne mal kreativ bei der Aufgabenverteilung. Auf dem Feld gegenüber unseres Airbnb-Hauses stand einmal eine lebendige Vogelscheuche. Die Dame stand von morgens bis abends auf dem Reisfeld und gab in unregelmäßigen Abständen ziemlich schräge Laute von sich, um die ungewünschten Vögel zu vertreiben.

4. Während der Fußball WM 2014 wurde Chris ständig von nahezu jedem männlichen Balinesen erklärt, wie viel Ähnlichkeit er doch mit Thomas Müller hätte. Aber klar: Blond und groß – die Ähnlichkeit ist natürlich unverkennbar. Habt ihr auch schon gedacht, nicht wahr?

Da die Balinesen kein eigenes Nationalteam hatten, mit dem sie leidenschaftlich mitfiebern konnten, konzentrierten sich fast alle darauf, Deutschland anzufeuern. Unzählige deutsche Flaggen waren überall gehisst – auch in Regionen, in denen weit und breit kein Tourist zu sehen war. Und ich werde nie unseren Mini-Rollerkorso vergessen, als wir nach einem Sieg zu sechst mit drei Rollern durch die Straßen düsten und die Balinesen begeistert vom Straßenrand aus mitfeierten.

5. Auf Bali wird alles, ja wirklich ALLES auf dem Roller transportiert. Auch beim achten Mal Bali muss ich immer mal wieder schmunzeln, wenn ich sehe, wie kreativ Balinesen ihren gesamten Hausrat auf einen kleinen Roller packen. Und falls ihr zufälligerweise vor kurzem dieses viral gegangene Video auf Instagram gesehen habt: Ja, sowas sieht man wirklich im Bali-Alltag!

6. Als wir bei unserem ersten Bali Besuch bei Freunden lebten, wurde in deren Villa eingebrochen. Natürlich riefen sie die Polizei. Kurz darauf kam ein Polizist mit seinen „Friends“. Vorneweg lief der Polizist, hinterher einige seiner privaten Buddies in Jogginghosen, die ihm bei der Arbeit Gesellschaft leisteten. Man stelle sich diese Situation bitte in Deutschland vor …

7. Wir sind mal fast vor Lachen vom Roller geflogen, als wir an einer Straßenverkäuferin vorbeifuhren, sie Smalltalk mit uns führen wollte und das Gespräch mit: „How are you tomorrow?“ begann. Immer noch der Running Gag mit unseren Freunden.

8. Vor  zwei Jahren verbrachten wir das erste Mal eine Woche im Norden von Bali. Dort hatten wir zusammen mit Freunden ein Haus direkt am Meer gemietet. Wir waren die einzigen Touristen, um uns herum lebten nur Einheimische. Als wir an einem unserer ersten Tage im Meer badeten, erblickte uns ein kleiner Junge im Wasser, ließ seine Einkäufe auf den Boden fallen und lief wild kreischend in Kleidung zu uns ins Meer. Man hatte das Gefühl, er hätte zum allerersten Mal in seinem Leben Touristen gesehen – ich bin mir allerdings sicher, dass dies nicht der Fall war. Nachdem wir zuerst ein bisschen perplex waren,  hatten wir eine wirklich lustige Zeit zusammen, spielten im Meer  und verabschiedeten uns, als wir wieder zum Haus gingen.

Als er sah, dass es  in unserem Garten einen Pool gibt, war er völlig außer Rand und Band. Und seitdem verging kein Tag, an dem er nicht mehrmals vor Freude wie am Spieß schreiend in unseren Garten rannte und in den Pool sprang. Natürlich ließen wir ihn kurz plantschen, verabschiedeten uns aber irgendwann nett von ihm. Irgendwann mussten wir ihn immer aus dem Garten tragen, da er solch eine Freude hatte, immer und immer wieder in unseren Pool zu springen oder sich unter unsere Dusche zu stellen.

9. Der Saft am Morgen schmeckte komisch, wenn man ihn durch den Strohhalm trank. Und irgendwann sahen wir auch den Grund dafür: Unser Hausmädchen wusch die Plastikstrohhalme (die waren vor ein paar Jahren noch gängig auf Bali) mit Spüli aus und legte sie zum Trocknen hin, um sie am nächsten Tag wieder zu verwenden. Natürlich hing die Hälfte des Spülmittels noch im Strohhalm …

10. Etwas funktioniert nicht? Dann wird das super schnell geregelt. Meist jedoch auf (für uns) recht unkonventionelle Art. Mein absolutes Highlight: Bekannte zeigten uns vor kurzem, wie in ihrer Villa der Lattenrost fixiert wurde, nachdem er gebrochen war: Der entstandene Zwischenraum wurde einfach mit Zigarettenstummeln ausgestopft.

Hach Bali! Einer der vielen Gründe, warum ich diese Insel so liebe, sind definitiv all die lustigen, schönen, besonderen, verrückten und emotionalen Erinnerungen, die ich mit Bali verbinde.


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