Wie Social Media unsere Erlebnisse veränderte

17.01.2018

Vor kurzem saßen Chris und ich in einem Restaurant auf Bali. Ein sehr fotogenes Bar-Beachclub-Palmen-Pool-und-hübsche-Details-Restaurant. Sehr „instagrammable“, sozusagen. Direkt neben uns saß eine Gruppe Teenies. Alle so um die 15 Jahre alt, würde ich schätzen. So wirklich „sitzen“ kann man das eigentlich nicht nennen, denn die fünf Jungs und Mädels flitzten die ganze Zeit hin und her, checkten jede erdenkliche Foto-Location aus, fotografierten sich non stop gegenseitig und saßen in kurzen Pausen vor den Pommes, um wild auf dem Smartphone herum zu tippen und Bilder auszuwählen. Gespräche? Nee, die gab es nicht. Aber im Nachhinein tauchen sicherlich zahlreiche „Wir hatten so viel Spaß zusammen“-Postings auf Instagram auf. Und genau hier kommen wir zu einem springenden Punkt.

Das Fotografieren und Teilen via Instagram bzw. Insta Stories ist schon lange nicht mehr nur eine schöne Möglichkeit, Follower oder im Falle der meisten Teenager ihre Freunde überall mit hinzunehmen, nein, es ist für viele junge Menschen sogar DAS Event an sich.

Es geht nicht nur darum Spaß zu haben, sondern zu zeigen, dass man Spaß hat.

Und manchmal, ja manchmal wird dieser Spaß sogar nur inszeniert. Wie bei besagten Teenies am Nebentisch. In der Stunde, in der wir sie beobachteten, gab es keinen einzigen Moment, in dem ich eine richtige Konversation mitbekam. Kein herzliches Lachen, keine echte Freude über die Situation, gerade zusammen in einem schönen Restaurant auf Bali zu sein. Sondern lediglich hunderte inszenierte Bilder, die diesen Moment festhalten sollten. Ohne dass dieser Moment wirklich passiert ist.